100 Akteure wachsen auf der Bühne über sich hinaus: Premiere von „Themba – König der Savanne“ wird zum Fest für alle Sinne!

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Herdringen. Sonne am Himmel – Sonne in den Herzen, bei der Premiere des Familienstückes an der Freilichtbühne Herdringen haben sich 100 schwungvolle Akteure in die Herzen ihrer Zuschauer gespielt (Foto, oben, nach dem Schlussapplaus mit Gesangstrainer Tim Erlmann und Regisseurin Patricia Hoffmann sowie Akteuren: Albrecht). Große und kleine Darsteller, Elefanten wie Flamingos zeigten eine echte Meisterleistung, die genau so beim Premierenpublikum angekommen ist. Eingeleitet hatte den Premierennachmittag die Festansprache von Ellen Rehmann, der stellvertretenden Schulleiterin vom Franz-Stock-Gymnasium (FSG) der Stadt Arnsberg…

Vor den Ehrengästen, der stellvertretenden Landrätin Ulla Beckmann und der stellvertretenden Bürgermeisterin Rosemarie Goldner, einigen Mitgliedern befreundeter Bühnen und über 500 Premierengästen stellte Ellen Rehmann das Projekt von Freilichtbühne und FSG vor. Seit längerem wird an der Schule von Freilichtbühnen-Spielleiterin Saskia Senft Theaterkunde in einem Projektkurs am Gymnasium vermittelt. „Es ist für mich ein besondere Freude, dabei die Leidenschaft und das Engagement der jungen Leute zu sehen“, sagte sie auf der Bühne.

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Angesichts einer stetigen Frage an den Schulen, wie der Unterricht verbessert werden könne, sei die Kooperation zwischen Freilichtbühne und FSG etwas Besonderes. Mit Blick auf das an der Freilichtbühne gezeigte Engagement sei es wichtig, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass neben der Schule auch noch andere Dinge wichtig seien. „Dieses Projekt hilft, den Antrieb bei den Schülern zu wecken, Dinge mit Leidenschaft zu machen“, so Rehmann. Die Kooperation bringe viel und gebe den Kindern die Möglichkeit, sich selber zu entdecken und zu entwickeln. Darüber hinaus entspreche die Zusammenarbeit auch genau dem Motto der Schule, zusammen lernen und leben zu wollen.

Der Begrüßung zur Premiere folgte ein Stück, bei dem die 100 Akteure ihre Zuschauer wirklich mit auf einer Reise voller Leidenschaft nahmen, so wie es sich die Pädagogin vom FSG für die Zuschauer gewünscht hatte. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nur eine Gruppe von Tieren, die die Bühne für etwa 100 Minuten lebendig hielten, vorweg zu nehmen, würde dem Ausdruck des Stückes nicht gerecht. Was die Premierengäste vor allem faszinierte, war das gekonnte Zusammenspiel aller Akteure in ihren jeweiligen Rollen. „Themba – König der Savanne“, ein von Regisseurin Patricia Hoffmann und ihrem Mann selbst geschriebenes Stück, überzeugte eine jubelndes Publikum in allen Momenten.

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Das Familientheater an der Freilichtbühne Herdringen besticht mit dem vielen Leben, das als zusammenhängendes Spiel aller seine Wirkung so richtig entfalten kann. Trotzdem sind es immer wieder auch die Einzelleistungen von Tieren oder Tiergruppen, die sozusagen als Teamwork ihre Leidenschaft auf das Publikum übertragen konnten. So haben sich abseits der brillanten Hauptrollen vor allem die Faultiere schnell zu den heimlichen Stars des Publikums entwickelt. In ihrer gekonnt gespielten Langsamkeit überzeugten sie große und kleine Zuschauer vollends und mit viel Begeisterung.

Ein „sehr gut“ muss für das passende Nachempfinden der vermeintlich typischen Bewegungsmuster der Tiere vergeben werden. So wanken die riesigen Elefanten hin und her, wie man es von den Dickhäutern aus dem Zoo kennt. Die Affen tollen herum und hängen sich in die Seile, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Mit ihren Charme, ihrer Choreografie und ihrem gesamten Auftreten im Stück (auch inhaltlich) waren die kleinen Erdmännchen eindeutig die Lieblinge des Publikums, vor allem der Kinder. Ihr „Pata-Pata“ an mehreren Stellen auf der Bühne nahm alle Zuschauer mit, die mit rhythmischem Klatschen in diese und andere bekannte Melodien einstiegen.

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„Hut ab!“ kann man nur vor der Dauer-Leistung von Kalahari und ihrer tragischen Rolle im Stück sagen. Tanz und Gesang waren bestens aufeinander abgestimmt, ihre Gewissenkonflikte wurden in den Monologen nur zu deutlich. Löwen und Hyänen zeigten in „Themba – König der Savanne“ ganz bewusst ihre menschlichen Züge. Weitsicht und Überblick bei den Löwen, Habgier, Respektlosigkeit und Machtstreben bei den Hyänen. Dass sie bei ihrer Verbeugung beklatscht und zudem ausgebuht wurden, zeigt nur, wie überzeugend sie mit ihrem Spiel beim Publikum ankamen.

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Der tosende Schlussapplaus des Premierenpublikums mit Standing-Ovations hat zu Recht die Gesamtleistung aller Beteiligten gefeiert. Papageien, Pinguine, Giraffen oder Nashorn – ihre Leidenschaft im Spiel war sicht- und spürbar. Nicht zu vergessen natürlich die Spaßmacher auf der Bühne, Stinktier und Stachelschwein. Ob beim Mau-Mau-Spielen oder den herrlich mit einem Sprachfehler gesprochen Variationen um das Wort „Lasagne“, auch sie eroberten die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Ein gehöriger Teil des Applauses gebührt auf jeden Fall den Akteuren hinter der Bühne. Von der Leidenschaft beim Nähen der vielen bunten Kostüme, die „Themba – König der Savanne“ zu einem Augenschmaus gemacht haben, bis zur Maske, die in einem motivierten Kraftakt 100 Darsteller perfekt geschminkt hat, haben alle Menschen der Freilichtbühne Lob und Anerkennung verdient.

Gut zu wissen:

„Themba – König der Savanne“ hat das Potential, bei jeder Aufführung die Leidenschaft und Spielfreude der Bühnenakteure zu wecken und damit die Gäste an der Bühne für 100 Minuten vortrefflich zu unterhalten. Noch 16 Mal wird das Familienstück an der Bühne gezeigt und die Geschichte von Zusammenhalt und Teamwork gegen die Aggressoren erzählt. Das nächste Mal schon am kommenden Sonntag, 18. Juni, um 11 Uhr.

Kartenbestellung unter Tel. 02932 / 39140, über die Homepage www.flbh.de oder per Mail an „karten@flbh.de“.

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