Musiker Martin Meinschäfer erzählt seine erste schräge Krimi-Story

Neheim. Eine Lesung war schon vor Wochen geplant, das Fotostudio von seinem Bruder im Neheimer KunstWerk längst gebucht: Dann der Virus, dann die Corona-Krise – alle Veranstaltungen und Termine wurden abgesagt. Schweren Herzens hat sich auch der Musiker und Autor Martin Meinschäfer aus Arnsberg dazu entschlossen, seine Fangemeinde und Freunde nicht mit einigen Absätzen aus seinem Buch zu unterhalten. Es ist sein erstes, dessen Vorstellung in der Öffentlichkeit jetzt ein Opfer des Corona-Virus gewesen ist. Zugegeben, eines, das sich angesichts der Ausbreitung des Virus und seiner Folgen verschmerzen lässt.

Opfer des Corona-Virus

Da gibt es nämlich diesen 45-jährigen Sparkassenangestellten, der durch einen Zufall an eine brisante Information kommt: Es geht um Hardy, der schon seit 29 Jahren bei dem Geldinstitut arbeitet und durch einen Zufall an brisante Daten herankommt, die Mitglieder eines libanesischen „Moro-Clans“ in einem Internet-Café auf einem Rechner gelassen haben. Hardy kopiert die Daten auf seinen USB-Stick und wird damit plötzlich zu einem gesuchten Mann. Von den Angehörigen des „Moro-Clans“ enttarnt, wird er mir nichts – dir nichts zu einem Gejagten durch die ganze Republik. Überall suchen die Clan-Mitglieder, die auch „die Hellbeigen“ wegen ihrer Anzüge genannt werden, nach Hardy, der sich letztlich in das Neheimer Kunstwerk retten kann, wo gerade die „Übernacht“ statt findet.

Musiker Martin Meinschäfer aus Neheim hat seinen ersten Krimi geschrieben: Das Buch “Die Hellbeigen” spielt im Neheimer KunstWerk. Fotos: Frank Albrecht

„Ich wollte immer schon mal ein Buch schreiben“, lacht Martin Meinschäfer auf dem Drehstuhl in seinem Tonstudio im KunstWerk. Die Idee sei ihm im letzten Italienurlaub gekommen, und er haben den ganzen Urlaub durchgeschrieben. Das Ergebnis – seine Krimi-Komödie „Die Hellbeigen“. Martin Meinschäfer…? Das war doch der Musiker, der in den Jahren 1979 bis 2004 mit der Band „Hob Goblin“ bekannt geworden ist! Drei LP-Alben sind von der Band produziert worden, und den Gewinn der Goldenen Europa von der ARD hat es auch gegeben. Von seinem Kinder-Hit „Eine Insel mit zwei Bergen“ aus dem Jahre 1996 sind 1,3 Millionen Tonträger verkauft worden. Ein Erfolg, der auch anstrengend war.

Idee zu einem Buch nicht weit weg

Ein Buch zu schreiben war für Meinschäfer jetzt mal etwas völlig Neues. „Ich beschäftige mich seit Jahren mit Lied-Texten, da war die Idee zu einem Buch gar nicht so weit weg“, erklärt der Autor. Sein Erstlingswerk ist im Selbstverlag erschienen, einen Lektor hat das Werk nie gesehen. „Kann sein, dass noch ein paar Rechtschreibfehler zu finden sind“, grinst Martin Meinschäfer. Ein paar Tage im Schrank hat das Buch jetzt auch schon auf dem Buckel, druckfrisch gab es ein paar Exemplare auf der letzten „Übernacht“ im Neheimer KunstWerk. Das musste einfach sein. Jetzt soll das Buch, das zunächst nur in einer kleinen Auflage entstanden ist, noch ein paar weitere Kreise ziehen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, soll auch für die eigentlich am Samstag geplante Lesung gelten.

Musiker Meinschäfer macht dem Autoren Meinschäfer natürlich gerne ein wenig Konkurrenz und erzählt auch von seinem neuen Album. Unter dem Titel „Wer hat, der hat“ sind die Stücke alle in seinem eigenen Studio eingespielt worden. Gitarre und Gesang hat Meinschäfer dazu selber geliefert, das Schlagzeug hat Sohn Moritz gespielt. Die Töne von der anderen Gitarre kommen vom Künstler Henrik Freischlader, mit dem Meinschäfer schon seit Jahren eng zusammen arbeitet, die letzte eigene CD liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück.

Seit vielen Jahren erste eigene CD

Von der neuen CD gibt es derzeit nur ein paar Testversionen, die Vorstellung des musikalischen Werkes soll später noch größer folgen. Wann das sein wird, ist aber wegen der allgemeinen Lage um Corona noch nicht klar. Und dabei ist Meinschäfer nicht nur die Musik wichtig. „Vor allem die Texte des Albums sind der rote Faden“, erklärt er. Seine Nervosität vor dem ursprünglich geplanten Auftritt kann Meinschäfer jetzt wieder runterfahren, zunächst gibt es ja keine öffentliche Veranstaltung. „Ich habe noch nie eine Lesung gehalten und hatte schon lange keinen Live-Auftritt mehr“, lacht Martin Meinschäfer. Der aber soll auf jeden Fall nach den wichtigen Maßnahmen rund um das Corona-Virus nachgeholt werden.