Bewusstsein für 75 Jahre Frieden schaffen

Große Kooperation bietet aufwändige Veranstaltungsreihe ab September an

Arnsberg. Unter dem Titel „75 Jahre Frieden“ steht ab September eine auf längere Dauer angelegte Veranstaltungsreihe in Arnsberg und Sundern, zu der sich verschiedene Initiativen als Kooperationspartner zusammen gefunden haben. An der Neheimer Autobahnbrücke im Ohl, einem geschichtsträchtigen Ort des Zweiten Weltkrieges, stellten sie jetzt ihr Programm vor. Start der Reihe „75 Jahre Frieden im Herzen Europas“ ist am morgigen Dienstag, 1. September, mit einem namhaften Journalisten: Dirk Kurbjubweit (Der Spiegel) spricht zum Thema „Ist Krieg in Europa wieder denkbar“. Das gesamte Programm der Vortrags- und Veranstaltungsreihe reicht bis in das kommende Jahr.

Veranstaltungsreihe bis ins kommende Jahr

„Start der Veranstaltungsreihe sollte eigentlich schon am 8. Mai sein“, erinnerte Peter Kleine vom Kulturbüro der Stadt Arnsberg bei der Vorstellung. Mit Blick auf das „Jubiläum“ sei allen Akteuren klar gewesen, dass zu dem Jahrestag etwas Inhaltliches passieren müsse. So habe man sich jetzt entschieden, das Programm zeitlich versetzt anzubieten. „Das ist eben eine Reihe, die lebt“, so Kleine. Man habe umgeplant, um das Programm flexibel gestalten zu können. Die Veranstaltungsreihe „75 Jahre Frieden“ wolle dabei ein im Prinzip historisches Thema aktuell gestalten. „Als Stadt haben wir den Auftrag, ein Konzept gegen den Fremdenhass zu entwickeln, das ist ein Ziel der Reihe“, beschrieb Peter Kleine.

Konzept gegen Fremdenhass entwickeln

Akteure der Veranstaltung sind die Stadt Arnsberg mit Kulturbüro, Stadtbibliothek, Familien- und Bildungsbüro, die Stadt Sundern mit ihrem Kulturbüro und dem Jugendcafé Gammon, die Volkshochschule Arnsberg-Sundern, das Katholische Bildungswerk sowie der Arbeitskreis Dorfgeschichte Niedereimer. Unterstützung – vor allem bei einem Schwerpunkprojekt – gibt es von der BürgerStiftung Arnsberg. Die unterschiedlichen Akteure der Veranstaltungsreihe stehen für ein ebenso vielfältig gestaltetes Programm. Ausstellungen, Filme, Diskussionen, Tagesfahrten, Workshops oder Theater-Vorführungen werden sich im Veranstaltungszeitraum bis voraussichtlich Mai 2021 des Themas auf verschiedene Art und Weise annehmen.

Fotos aus der bekannten und ausgezeichneten Ausstellung “Opfer der Möhnewiesen” von Künstlerin Astrid Breuer sollen an die Säulen unter der Autobahnbrücken im Ohl gehängt werden. Fotos: Frank Albrecht

„Angesprochen werden sollen alle Altersgruppen, vom Jugendlichen bis zum Zeitzeugen“, beschreibt Svenja Seep, Fachbereichsleiterin bei der VHS, die Idee. Zum zentralen Ort eines speziellen Objektes wird der Platz an der Autobahnbrücke im Ohl. Bis hierhin waren die einstigen Baracken russischer Zwangsarbeiterinnen bei der Möhnekatastrophe getrieben worden. Ein Ereignis, das schon im gefeierten Schülerprojekt „Opfer der Möhnewiesen“ von der Arnsberger Künstlerin Astrid Breuer sowie Schülern des St. Ursula Gymnasiums in Neheim umgesetzt wurde. Im Zuge der Veranstaltungsreihe sollen Bilder der damals verstorbenen Zwangsarbeiterinnen – voraussichtlich im Oktober – als Foto auf einer speziellen Metallplatte eine Platz an den Säulen der Autobahn bekommen.

Digitales Projekt zur Erinnerung geplant

„Idee ist, die ganze Ausstellung dazu als digitales Projekt an den Ort des Geschehens zu bringen“, beschrieb Petra Schmitz-Hermes von der BürgerStiftung Arnsberg das Engagement der Stiftung. Geplant ist, dass die Stiftung aus ihren Mitteln die Kosten für die Herstellung der Portraits übernimmt, die dann von der Stadt Arnsberg angebracht werden. „Wir wollen den Ort im Ohl auch noch weiter entwickeln“, blickte Wilm Cronenberg von der BürgerStiftung voraus. So könnte sich der Platz auch als Veranstaltungsort zu Themen außerhalt von Krieg und Frieden eigenen. „Wir betrachten die Bilder als ein Symbol für die gewollte Aussage der Veranstaltungsreihe“, so Kirsten Minkel vom Kulturbüro. Die starke Aussagekraft der Bilder könne den Anspruch der Veranstaltungsreihe nur unterstreichen.

Eine der Fragen aus der Veranstaltungsreihe „Ist Krieg in Europa wieder denkbar?“ wird zum Auftakt am Dienstag, 1. September, der SPIEGEL-Journalist Dirk Kurbjuweit thematisieren. Sein Vortrag findet um 19 Uhr im Peter-Prinz-Bildungshaus, Ehmsenstraße 7, in Arnsberg statt. Anmeldung mit Kartenreservierung (10 Euro) sind noch kurzfristig unter Telefon 02931 / 13464 oder unter www.vhs-arnsberg-sundern.de möglich.

(Text und Fotos: Frank Albrecht)