Berufskolleg Berliner Platz unterstützt erneut das Projekt „Luftpost für Afrika“

Luftpost für Afrika 2015

Aktion 2016: „Luftpost für Afrika“ am Freitag, 18. März | Interview mit Klaus Marschall

600 Ballons, die in den Himmel aufsteigen. Zahlreiche Schüler/innen und Lehrer/innen, die sich mit Applaus von ihnen verabschieden. Und viele Kameras, die den Ballons soweit es geht folgen – die Aktion „Luftpost für Afrika“ am Berufskolleg Berliner Platz war bereits im vergangenen Jahr ein voller Erfolg.

Ein Gänsehautmoment der besonderen Art. Denn nicht nur, dass das Berufskolleg satte 1500 Euro an den Star-Gast „Johnny Strange (Musiker der Gruppe Culcha Candela)“ übergeben konnte, sondern dieser legte auch direkt mal ein kleines Solo-Konzert aufs Parkett.

„In Afrika kann man extrem viel bewirken!“, erklärte mir Johnny Strange im vergangenen Jahr und bezog sich dabei auf die von seinem Onkel in Uganda gegründete Berufsschule, für die auch die sagenhafte Spende des Berufskollegs eingesetzt werden sollte. Sein Herzensprojekt habe er 2008 begonnen – da sei er nach Uganda gereist und habe sich an einer „Wassertank-Aktion“ beteiligt.

Doch er wollte mehr! Mehr tun für die Menschen, die dort wohnen. Vor diesem Hintergrund gründete er seinen Verein „Afrika Rise“, mit dem er bis heute jedes Jahr zahlreiche Aktionen durchführt, um mehr Bildungsmöglichkeiten nach Uganda zu bringen! Auch möchte Johnny Strange mit seinen Aktionen auf das Leben in Afrika aufmerksam machen. „Man weiß erst wie gut es einem geht, wenn man selbst etwas anderes gesehen hat.“, begründet er seinen Tipp, dass Afrika auf jeden Fall eine Reise wert sei. Die Natur, die Menschen – die gesamte Kultur!

Wieso, weshalb, warum und vor allem wie? Fragen an Klaus Marschall:

IMG_1738Klaus Marschall (Foto: re.), Mathematik- und Chemielehrer, ist Teil des Organisationsteams und steckt mitten in den Vorbereitungen der großen Aktion am Freitag, 18. März. Von ihm wollte ich unter anderem wissen, wie sich interessierte Bürger und Bürgerinnen Arnsbergs einbringen können.

Das Berufskolleg am Berliner Platz hat bereits im vergangenen Jahr die Aktion „Lutpost für Afrika“ durchgeführt. Gemeinsam mit Dorothee Schnelle, Dr. Christian Jansen und Schüler/innen der Wirtschaftsgeographie-Kurse D27-11c haben Sie alles im Vorfeld organisiert. Wie kam es zu dieser Idee?

Klaus Marschall: „Im Unterricht gebe ich – sofern die Gelegeheit da ist – auch gerne aktuellem Tagesgeschehen Raum. Anfang 2015 kam es dazu, dass ich im Mathematikunterricht das Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer ansprach, in der Annahme, die Schülerinnen und Schüler wüssten davon, schließlich war es tagesaktuelles Geschehen. Schockiert stellte ich fest, dass dem nicht so war. Darauf besann ich mich, dass ich bereits 2013 und 2014 vom Organisationsgremium des Wettbewerbs „Energiesparmeister“ (http://www.energiesparmeister.de/), den wir 2012 deutschlandweit gewonnen hatten, angesprochen worden war, ob ich nicht auch an der Aktion „Luftpost für Afrika“ teilnehmen wolle. In beiden Fällen habe ich es nicht gemacht, weil ich viele andere Dinge zu erledigen hatte und außerdem mich nicht der Gefahr aussetzen wollte, dass die gesamte Organisation, inklusive der Motivation, an mir hängen blieb. Neben der alltäglichen Arbeit, anderen Projekten und der Familie bedeutet solch ein Unterfangen nämlich enorm viel Mehraufwand. Das schlaucht. Aufgrund der vorherrschenden Unkenntnis über die Flüchtlingsmisere samt der Gleichgültigkeit dem Thema gegenüber schien es mir aber 2015 geboten, dem entgegenzuwirken. Also sprach ich die SV Lehrer an, sich mit mir an der Aktion zu beteiligen. Das fand Anklang. Und so kam der Stein der Beteiligung am Projekt ins Rollen …“

Auch in diesem Jahr möchten Sie wieder Luftpost für Afrika verschicken. Inwieweit sind die Schüler und Schülerinnen involviert?

„Ich habe wieder die Schüler/innen meines Mathematik Grundkurses D27 gefragt und es hat sich ein harter, verlässlicher Kern von sechs Personen herauskristallisiert. Seit Beginn des Schuljahres sind wir (Frau Welschoff, Frau Vorwerk, Dr. Christian Jansen und ich) bereits in den Planungen für die Aktionsdurchführung inklusive vorgeschalteten, praktischen Maßnahmen. Im ersten Halbjahr haben die Schülerinnen und Schüler verschiedene lokale Firmen, Bankfilialen, Behörden angefragt, ob sie „Luftpost für Afrika“ unterstützen wollen, zum Beispiel, indem sie ein Kontingent an Karten erwerben. Außerdem trafen wir uns alle drei bis vier Wochen mittwochs nach der 8. Stunde, um Erreichtes auszutauschen und weitere Schritte zu besprechen. Die regelmäßigen Treffen werden nun circa alle zwei Wochen stattfinden, da jetzt mehrer konkrete Maßnahmen anstehen, in denen die Schülerinnen und Schüler eingebunden sind:

  1. Verkauf von Postkarten und Information zu „Luftpost für Afrika“ an den Anmeldetagen im Berufskolleg (Donnerstag 11.2 [17-19 Uhr]; Samstag 20.2 [10-12 Uhr]; Donnerstag 25.2 [17-19 Uhr])
  2. Vorraussichtlicher Waffelverkauf im Handelshof Neheim-Hüsten mit Kartenverkauf und Info zu „Luftpost für Afrika“ (geplant: Samstag 27.02 [11-16 Uhr])
  3. In Abstimmung mit der Schulleitung Herumgehen in die Klassen während des Unterrichts, um -kurz gehalten- Postkarten zu verkaufen und über „Luftpost für Afrika“ zu informieren (in der Woche vom 29.02. bis 06.03.)
  4. Im Seminarraum der Schule wird den Lehrerinnen und Lehrern samt Klassen angeboten, sich über die Aktion und deren Hintergrund zu informieren (in der Woche vom 07.03. bis 13.3.). Dabei soll das Orgateam Ansprechpartner sein. In diesem Zusammenhang soll erwähnt sein, dass Frau Welschoff und Frau Vorwerk im Unterricht mit ihren Klassen das Land Uganda aus verschiedenen Perspektiven durchsprechen und dazu von den Schülerinnen und Schülern Plakate anfertigen lassen. Diese finden als erläuterndes Infomaterial direkte Verwendung bei „Luftpost für Afrika“
  5. Am 18.03. werden viele Schülerinnen und Schüler zum Befüllen der Ballons, zum Befestigen der Karten und zum Transport der Ballons herangezogen (vornehmlich aus der D27 12)
  6. Darüber hinaus sind alle im Orgateam ansprechbar zum Projekt, also auch für die Presse.“

Wird John M. Lwanga („Johnny Strange“ Musiker der Gruppe Culcha Candela) auch in diesem Jahr dabei sein?

„Generell habe ich ihm die Zusage abgetrotzt, am 18.03. zu erscheinen. Nur muss man bedenken, dass der Wille so weit reicht, so lange er nicht die Interesse der Band behindert. Auch im vorigen Jahr mussten wir kurzfristig die Abschlussveranstaltung umterminieren, weil Johnny im Interesse der Band einen ZDF Termin wahrzunehmen hatte, der sich unvorhergesehen ergab. (Es ging um eine Show mit Cindy aus Marzahn). Deswegen: Die Weichen für ein Kommen sind gestellt, jedoch ist eine Unwägbarkeit dabei. Deshalb: Je mehr Öffentlichkeit erreicht wird – auch und gerade bei den Medien …  somit ist große Verbreitung gefragt -, desto wahrscheinlicher wird ein Kommen von Johnny Strange :)“

Inwiefern können sich interessierte Bürger und Bürgerinnen Arnsbergs einbringen?

„Zunächst einmal können sie Öffentlichkeit herstellen, indem sie sich für das Projekt interessieren und sich darüber informieren. Vielleicht ergibt sich dadurch das Interesse, „Luftpost für Afrika“ selber einmal durchzuführen. Dann gibt es die Möglichkeit, bei uns Karten zu kaufen (1,50 Euro pro Stück), diese auszufüllen (wichtig: als Absender das „Berufskolleg Berliner Platz“ eintragen) und bei uns abzugeben. Gerne können sich auch Firmen, Banken, Vereine etc. melden. Und zum Schluss ist es möglich, am 18.03.2016 zum Aktionstag zu kommen. Je mehr Menschen da sind, desto imposanter wird es sein, wenn die Luftballons unter einer großen Anteilnahme in die Luft steigen.“

Was fasziniert Sie persönlich so an diesem Projekt?

„Ich bin fasziniert von dem Umstand, wie man mit ganz wenig Aufwand auf Seiten der Öffentlichkeit -für das Orgateam ist es dagegen ein riesiger Aufwand an Arbeit- in der Gemeinschaft viel bewirken kann. Damit ist nicht nur der finanzielle Aspekt gemeint. Durch die Auswahl, wohin die Hilfe geht, leisten wir einen Beitrag im Sinne „Hilfe zur Selbsthilfe“. Denn durch die gezielte Unterstützung des uns bekannten Berufskollegs in Uganda fördern wir Bildung vor Ort, bieten somit den Schülerinnen und Schülern eine Zukunftsperspektive, die sie zum Beipiel davon abrücken lässt, möglicherweise als Flüchtling in anderen Ländern ihr Glück zu versuchen. Genau dieser Aspekt ist es doch, der aktuell so wichtig ist: Vertrauen ins eigene Land, in die eigenen Fähigkeiten zu bekommen!
Neben der bloßen Nennung dieses relativ abstrakten Begriffs des Gemeinschaftsgefühl, der Solidarität finden diese bei „Luftpost für Afrika“ eine konkrete Umsetzung, indem alle zusammen zu einem vereinbarten Termin sich zusammenfinden und auf Kommando die Ballons mit den Karten steigen lassen. Für einen Zeitraum von wenigen Minuten fühlt man sich tatsächlich wie eine helfende, unterstützende Einheit. Alle wollen das Gleiche. Das ist wirklich beeindruckend, man empfindet Stärke und ist einfach glücklich. Nicht zu vergessen und nicht zu unterschätzen: Falls wir es wirklich schaffen, die meisten Ballons steigen zu lassen und die meisten Karten zurückzusenden, dann geben Culcha Candela in VOLLER Formation am Berufskolleg ein Gratiskonzert! Und die haben den „Dreh“ raus! Ich habe es selber erlebt.“

Mein Appell: Macht mit!

Seid dabei und macht mit! Bereits mit 1,50 Euro könnt ihr Gutes tun. Einfach eine Karte kaufen und ausgefüllt (Absender: Berufskolleg) dem Organisationsteam des Berufskollegs zukommen lassen. Und wer Lust hat, selbst dabei zu sein, der notiere sich einfach den Termin: Freitag, 18. März!

Viel Spaß und vor allem viel Erfolg …

Weitere Infos im Trailer, der übrigens im vergangenen Jahr am Berufskolleg Berliner Platz gedreht wurde 😉

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