Freilichtbühne Herdringen lüftet erstes Geheimnis: Hexenbesen erhält sein TüV-Siegel

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Bevor das diesjährige Kinderstück „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler an der Freilichtbühne Herdringen seine Premiere feiern kann, gibt es so einige Vorbereitungen zu treffen. Einer ist das Anpassen der Kostüme an die jeweiligen Figuren auf der Bühne sowie die Auswahl der richtigen Maske. Bei der „Oberhexe“, die der Erzählung Preußlers aus dem Jahre 1957 nach die Schar der gesamten Hexen anführt, ist auch die Abnahme ihres Flugbesens – natürlich in einem heimischen Kfz-Meisterbetrieb – dazu gekommen…

Erst zweimal hat die Oberhexe, dargestellt von Tatjana Paul, die gesamte Prozedur des Schminkens über sich ergehen lassen müssen. Stillsitzen für die Dauer von rund eineinhalb Stunden – keine leichte Übung, aber für Tatjana Paul von der Freilichtbühne eine bekannte Prozedur vor jedem Auftritt. Seit vier Jahren steht sie in Herdringen auf der Bühne. Doch der Termin an diesem Samstag war noch aus einem anderen Grund besonders: Ihr Arbeitsgerät, mit dem sie von der Premiere am 4. Juni (16 Uhr) an insgesamt 17 Mal auf der Bühne steht, wurde samt Hexe vorgestellt.

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Sabine Rehberg kümmert sich diesmal ganz allein nur um die Maske der Oberhexe Tatjana Paul…

Doch zuvor leget Sabine Rehberg aus der Maske an der Freilichtbühne Hand an. 90 Minuten lang wird gepinselt, korrigiert, geschaut, verbessert… und wieder gepinselt. So lange, bis das komplette Gesicht der Oberhexe auch wirklich dem einer Oberhexe würdig ist. „Das spielt sich hinterher noch ein“, erklärte Sabine Rehberg von der Schminktruppe der Bühne. Aber was wäre das geschminkte Gesicht ohne sein wohl wichtigstes Accessoire? Die Perücke der Oberhexe wurde in Teamarbeit erstellt: Sabine Rehberg und Nicole Becker haben zuvor viele Stunden Arbeit investiert und der Figur der Oberhexe samt einem speziell genähten Kostüm den richtigen Schliff gegeben.

Dann ist es aber endlich soweit: In der Fachwerkstatt wartete endlich das gute Stück, der Hexenbesen der Oberhexe, auf seine TüV-Abnahme. Keine Sorgen muss sich aber das Team von der Bühne um das erhoffte TüV-Siegel machen. Der – zugegeben im Jahr 2016 angekommene – Hexenbesen glänzt in schwarzem Klarlack… Und jedem Betrachter des hexischen Arbeitsgerätes wird sofort klar, dass der Besen der Oberhexe einst wohl einmal ein stinknormaler Teil eines stinknormalen Staubsaugers gewesen sein muss!

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Sitzt, passt… und sieht so richtig gut aus: Maskenbildnerin Sabine Rehberg ist zufrieden.

Davon ist nach der fachmännischen Behandlung am wirklichen Arbeitsplatz der Oberhexe Tatjana Paul aber nur noch wenig zu sehen. In der Hüstener Autolackiererei Herbert Franz hat Geschäftsführer Vito Carrara und sein Team sich viel Mühe gegeben, den Besen TüV-gerecht vorzubereiten: Das passende Gesamtgewicht, eine extra montierte LED-Beleuchtung – ja, und eben diese Lackierung… Passend zum Kostüm der Oberhexe in der Farbe Schwarz und mit weißen Applikationen versehen, erinnert nichts mehr an seine ehemaligen Einsätze zwischen Teppichfransen und Sofa!

„Der eigentliche Umbau des Besens hat uns drei Stunden Arbeit gekostet“, erklärt Vito Carrara. Viel länger noch, habe es aber mit der Idee zum Umbau des Arbeitsgerätes gedauert. Dirk Hammel von der Freilichtbühne Herdringen erklärt, warum man seit einigen Jahren noch mehr Wert auf die Details an der Bühne legt. „Wir arbeiten bei den zwei Stücken mit nur einer festen Bühne, die nicht beliebig getauscht werden kann“, so Hammel. Und die Detailverliebtheit bis in Kleinigkeiten zeige nun schon seit Jahren ihre positive Wirkung, die sie auf die Zuschauer an der Bühne hinterlässt. Vom ehemaligen Regisseur Peter Hohenecker eingeführt und der derzeitigen Regisseurin Patricia Hoffmann fortgesetzt, komme man mit der perfekten Arbeit bis ins Detail an der Bühne gut an.

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Oberhexe Tatjana Paul und Geschäftsführer der Autolackiererei Herbert Franz, Vito Carrara, mit dem TüV-Siegel für den modernen Hexenbesen.

Die Fotos sind gemacht, die Einzel-Probe für den Videodreh ist vorbei! Dass auch die anderen zwölf erwachsenen Hexen ein aufregendes Kostüm auf die Bühne bringen, daran darf angesichts der profihaften Ausrichtung der gesamten Bühne wohl kein Zweifel bestehen. „Jede Hexe hat ihren Besen selber gestaltet“, beschreibt Pressesprecher Georg Plümpe. Und egal ob Wetterhexe oder Kräuterhexe, Zuschauer dürfen gespannt sein auf die individuelle Ausgestaltung der vielen Kostüme und Hexenbesen im Familienstück „Die kleine Hexe“.

Eine Woche vor der Premiere des Familienstückes „Die kleine Hexe“ lädt die Freilichtbühne schon zur Premiere des Erwachsenenstücks in der Spielzeit 2016 ein. Am 28. Mai (20 Uhr) zeigt die Freilichtbühne das Stück „Heiße Ecke“ – eine Story von der Hamburger Reperbahn. Zur damit seit der Gründung der Bühne im Jahre 1949 nunmehr 100. Premiere in Herdringen hat man sich natürlich ein besonderes Jubiläumsprogramm für alle Gäste in Herdringen ausgedacht.

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In der Lackierkabine ist es doch einfach zu schön… um nicht noch ein Foto zu machen!

Der Freilichtbühne liegen derzeit schon über 10.000 Vorbestellungen für die Stücke der Saison vor. Karten für „Die kleine Hexe“ und „Heiße Ecke“ können weiter reserviert und vorbestellt werden. Das Kartentelefon an der Freilichtbühne ist unter Tel. 02932/39140 (derzeit: Mo. und Do. von 9 – 12 Uhr; ab Mai Mo. bis Fr. von 9 – 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie Sa. und So. von 10 bis 12 Uhr) geschaltet. Auch Bestellungen per Mail an „karten@flbh.de“ sind möglich. Alle Infos zu den Stücken und der Kartenvorbestellung gibt´s unter www.flbh.de.

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