Großes Casting an der Freilichtbühne: Auf der Suche nach den talentiertesten Nachwuchs-Löwen…

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Was für ein Wochenende – während draußen die Sonne ihre letzte Vorstellung im Herbst zu geben scheint, wir innen eifrig gestritten. Und das mit allen Mitteln, die die motivierten Mitglieder (Foto, oben Junghexen im letzten Familienstück: Albrecht/Archiv) der Freilichtbühne Herdringen zu bieten haben. Schließlich geht es um einiges, nichts weniger als die Hauptrolle des Löwen „Simba“ im nächsten Familienstück auf der Freilichtbühne im kommenden Jahr – „Simba, die Rückkehr des Königs“…

Im Spielerheim an der Freilichtbühne ist die Bühne schon aufgebaut – aber nur für das Wintertheater. Trotzdem sollen sich die jungen Schauspieler fühlen, als stünden sie schon auf der großen Bühne vor großem Publikum. An zwei Tagen haben unter den strengen Augen und Ohren der Jury zwanzig Kinder im Alter bis 12 Jahren und 20 Jugendliche zwischen 13 und 17 Uhr eine Show geliefert, die sie in die vordersten Plätze an der Bühne kapitulieren soll.

Regisseurin Patrica Hoffmann, Gesangscoach Tim Erlmann, Spielleiter (des Familienstücks) Detlev Brandt und Lucas Kroner als junger Spieler, der mit beratender Stimme teilnimmt, hören die Vorträge und sehen das Vorspiel. Text und Gesang haben sie einstudiert, um damit vor der Jury zu glänzen. „Wir wollen die Hauptrollen im nächsten Familienstück bestmöglich besetzen und zudem noch unerkannte Talente aufdecken“, erklärt Spielleiter Detlev Brandt das Prozedere an der Bühne.

So haben es auch die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren… und sich dabei entsprechend vorbereitet: Alle sind irgendwie leicht nervös, das ist den Spielern anzumerken, aber: Man merkt, dass man es an der Bühne mit Profis zu tun hat, die (fast) alle schon einmal gespielt haben. „Wir nehmen genau diese Situation auf“, erklärt Regisseurin Patricia Hoffmann, „und gehen auf die Nervosität ein.“ Schließlich ist allen ganz klar – man will keinen Darsteller beim Casting böse auflaufen lassen!

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Alles geben, alles zeigen: Schauspieler Marek Becker vor der Jury mit Spielleiter Detlev Brandt, Regisseurin Patricia Hoffmann, Gesangscoach Tim Erlmann und Beobachter Lukas Kroner. Fotos: Albrecht

Für jeden Teilnehmer an der seltenen Aktion gibt es auch individuelle Tipps zur Präsentation beschreibt die Regisseurin. Sollte man im Stehen vortragen, oder doch lieber im Sitzen. Und: Ist es vielleicht nicht sogar noch besser, während des Gehens seine Texte und Gesänge zum Besten zu geben? „Wir stellen die Schauspieler hier schon etwas auf die Probe“, sagt Gesangscoach Tim Erlmann. Man wolle die Grenzen der Darsteller ausloten und sehen, wie alle mit der eigenen Nervosität umgehen. „Wir beobachten auch, wie die Teilnehmer mit den Inputs umgehen, die sie von uns bekommen“, so Erlmann weiter. Auch die Aussprache spiele eine gewichtige Rolle – wo ist eine gute Basis vorhanden, die man nur noch etwas verbessern muss?

Die Kombination des gesamten Vortrags bringt es halt: Wie werden Schauspiel und Musik in der Kombination bedient? Wie sieht es mit Rhythmus und Taktgefühl aus, und auch die Frage, ob Vortragende in der Lage sind, zur Musik den richtigen Ton zu treffen – alles wird beobachtet und bewertet. „Also ehrlich, ich möchte nicht da vorne stehen“, gesteht die Regisseurin Patricia Hoffmann lachend. Das verdiene einen großen Respekt!

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Ohne Worte!

So ein Casting ist für die Schauspieler von der Freilichtbühne in allen Bereichen etwas Besonderes. „Das letzte dieser Art hat es wohl vor zehn Jahren gegeben“, erinnert sich Hoffmann. Aber, da ist Spielleiter Detlev Brandt überzeugt, es birgt große Chancen. „Wir treffen auf talentierte Spieler, die jahrelang nur in der zweiten Reihe gespielt haben und hier plötzlich ihr ganzes Talent ausspielen können“, so Brandt.

Das mehrstündige Casting hat von den Jury-Teilnehmern alles abverlangt: Stundenlanges konzentrierte Zuhören und Beobachten – und nach dem letzen vortragenden Spieler ist noch lange nicht Schluss: „Wir werden uns bestimmt noch die Köpfe heißreden“, lacht die Regisseurin.

Marek Becker hat die Strapazen an diesem schönen Sonnentag in Herdringen trotzdem genossen. „Ich habe ´Aber bitte mit Sahne´ gesungen, das Lied habe ich  vorher schon häufig gehört“, erzählt der Spieler. Um zusätzlich den Text perfekt zu üben habe er ihn in den PC eingetippt und mit allen Sinnen aufgenommen. Und auf die Frage nach der Hauptrolle: „Nun ja“, gibt sich Marek bescheiden, „wenn es sich ergibt…“

Aber noch ist wohl nichts endgültig entschieden und schon gar nicht bekannt. Bis zur mit Spannung erwarteten Rollenvergabe am doppelten Feiertag – Dienstag, 1. November!

Gut zu wissen: So lange müssen Fans der Bühne nicht mehr warten – am Freitag, 4. November, hat das Wintertheater mit der Komödie „Der nackte Fensterputzer“ Premiere. Karten und Infos gibt´s am Telefon 02932/39140 oder im Netz www.flbh.de.

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