Herzschmerz und Angst: Berufsschüler beschreiben ihre „Grenzen“ in Texten

Herz, Schmerz, Text: 28 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich am 8. Schreibwettbewerb des Berufskollegs am Eichholz in Arnsberg.

Sie schreiben ihren grenzenlosen Schmerz und die Sehnsucht nach Frieden… Der 8. Schreibwettbewerb am Berufskolleg am Eichholz (BKaE) zeigt die gesamte Bandbreite der Themen, die die Jugend von heute interessiert und beschäftigt. Zumindest bei dem Teil von ihnen, die sich am Wettbewerb um Kreativität auf Papier aktiv beteiligt hatten, der diesmal unter dem Titel „Grenzenlos“ stand.

Manuel Dombrowski (17) hat dies besonders treffend getan, so befand die Jury. Denn schließlich hatten Jasmin Schmitz, Kilian Kaminski, Carolina Glück, Annika Haberland, Ursula Schrah-Schmale, Michael Möseler, Christoph Volmert (CAB Bücherstudio), Andreas Thiemann und Susanne Lehmpfuhl (als Organisatoren) jede Menge Arbeit mit der Entscheidung über die eingereichten Texte. Insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler nutzten bis Anfang Februar die Zeit, ihren Gedanken auf Papier freien Lauf zu lassen.

Schulleiter Werner Roland sprach wohlwollend von den „üblichen Verdächtigen“ und einer schon fast „konspirativen Runde“, die über den Inhalt der eingereichten Texte zu befinden hatte. „Wie in jedem Jahr des Wettbewerbs hat es wieder viele Zeilen gegeben, die zum Denken anregen“, so Roland in der Begrüßung. Die 28 Teilnehmer am 8. Schreibwettbewerb des BKaE hätten ihre Lust an der Sprache unter Beweis gestellt, ihre erarbeiteten Texte die Jury vor schwierige Entscheidungen gestellt. Die Texte aus allen Bereichen der Vollzeitklassen ließen ihn ein Loblied auf die Kreativität seiner Schüler singen.

Deutlich habe es mehr Kreative an der Schule gegeben, als erwartet worden sei. Und: „Viele haben den Tanz zwischen Bekanntem und Neuen gewagt“, so das Lob des Schulleiters. Gelebte und gezeigte Kreativität, so wie jetzt beim Schreibwettbewerb, zeige seinen wichtigen Einfluss auf alle Bereiche des Lebens – von der Schule bis in den Beruf.

Susanne Lehmpfuhl, Mit-Organisatorin des Wettbewerbs und Lehrerin an der Schule, dankte alle Teilnehmerinnen für ihre Geschichten und den gezeigten Mut, Texte erst der Jury und dann in der Öffentlichkeit Preis zu geben. Dies zeige, wie bunt die Schule und wie vielfältig die Werke der Schüler seien. Und eine Auswahl aus den eingereichten Texten belegte, wovon die Rede war. Schmerz, Liebe, Märchen und Phantasie selbst Kindergeschichten – eine ganze Bandbreite von Themen wurden von den Teilnehmern in ihren Texten verarbeitet und in lyrischer oder prosaischer Form zu Papier gebracht.

Ein Gefühl von Romantik, oder vielmehr der Suche danach in schwierigen gesellschaftlichen Zeiten, tat sich dem Zuhörer der einzelnen Textschnipsel auf. Geschichten, die von Sehnsucht und Gefühlen handelten, aber auch das Thema „Hass“ nicht vergaßen. „Wir haben viele nachdenklich stimmende Texte in der Jury gelesen“, so Lehmpfuhl. Selbst bis zur Anklage einer „grenzenlosen“ Zerstörung der Umwelt habe das Angebot an Geschriebenem gereicht.

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Manuel, Stefan, Dominik, Laura, Isabell, Lara Vanessa und Stephan holten sich die ersten fünf Plätze im Schreibwettbewerb.

Die Jury hatte keine leichte Arbeit, gab es für die Zuhörer im Foyer zu erfahren. Bei den Plätzen eins bis fünf wurden der vierte und fünfte Platz gleich zweimal vergeben. Die Gewinner –  Manuel Dombrowski (Platz 1); Stefan Reuter (Platz 2); Dominik Hilsbos (Platz 3); Laura Schulze und Isabell Richter (beide Platz 4) sowie Lara Vanessa Maschke und Stephan Teskera (beide Platz 5) – bekamen den Applaus ihrer Mitschüler und die ausgelobten Gewinne in Form von Gutscheinen der Sponsoren und Unterstützer des Wettbewerbs, allen voran des Fördervereins der Schule.

Gespräch mit Gewinner Manuel Dombrowski

Für Manuel Dombrowski ist das Schreiben über Themen aus der Flüchtlingsarbeit eigentlich gar nichts Besonderes. Der 17-jährige Schüler des BKaE hat häufiger mit ihnen zu tun… und dabei auch oft gut zugehört. „Wir bieten eine Trommelgruppe für Flüchtlinge an“, erklärt er etwas überrascht vom Erfolg seines Textes. In dieser einen Stunde, die er zusammen mit Alexander Heuser im Jugendwaldheim in Obereimer mit Flüchtlingen aus der ganzen Stadt verbringt, bekomme man auch immer etwas Persönliches von der Geschichte der Menschen zu hören, die jetzt ganz neu sind in der Stadt Arnsberg. In „Der Schmerz meines Seins“ beschreibt er einen Teil davon…

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Manuel Dombrowski (17) – aktiv in der Arbeit mit Flüchtlingen – holte sich den ersten Platz mit „Der Schmerz meines Seins“…

„Einige können Englisch oder ein bisschen Deutsch, da versteht man, was die Menschen in ihren Köpfen bewegt“, schildert der Gewinner des diesjährigen Schreibwettbewerbs. Offene Gespräche über die Herkunft der Menschen und ihre Flucht nach Deutschland haben ihn dann auch seine Gedanken in einen Text bringen lassen, den er der Jury mit Erfolg vorgelegt hat. Soziale Projekte, die Arbeit mit Behinderten oder Benachteiligten – alles Bereiche, in denen sich Manuel Dombrowski zu Hause fühlt und in denen er aktiv werden möchte.

So ist sein Text auch voll von den – fiktiven – Erinnerungen der Menschen an ihre Heimat, und natürlich auch an ihren Weg der Flucht aus Krisen- und Kriegsregionen. Gefahr und Bedrohung sollen nicht verschwiegen werden und kommen zur Geltung… Eine Leistung die die Jury am BKaE auf breiter Linie überzeugte und Manuel den ersten Platz im Wettbewerb gesichert hat.

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