Hommage an Astor Piazzolla überwältigt mit Tango-Leidenschaft

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Arnsberg. Mit dem zweiten Konzert im neuen Herbstprogramm des Jazz-Clubs Arnsberg hat dieser einmal mehr bewiesen, wie gut es sein kann, eingetretene Pfade des Jazz ein wenig zu verlassen. Zum Tango mit dem „Ensemble Contrabajando“ sollte dies jetzt vor rund 70 Zuhörern eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden…

Das „Ensemble Contrabajando“ (mit Felicitas Stephan – Violoncello, Stefanie Schulte-Hoffmann – Akkordeon, Sabine Böker-Kaminsky – Klavier, Wolfgang Lehmann – Gitarre sowie Uli Bär – Kontrabass) hatte sein Konzert in der KulturSchmiede Arnsberg als Hommage an Astor Piazzolla gestellt, den 1992 verstorbenen Komponisten und Begründer des Tango Nuevo, einer musikalischen Weiterentwicklung des Tango Argentino. So boten die Musikerinnen und Musiker mit vielen Stücken einen gelungenen Einblick in Formen des modernen Tangos aus Südamerika.

Ein sehr abgestimmt spielendes Ensemble mit einem Akkordeon in zentraler Position auf der Bühne wie in den Stücken hatte keine Mühe, sein Publikum von den vielen Seiten des Tangos gekonnt zu überzeugen. Überwiegend ruhige, melancholische Stücke ließen dabei immer wieder die „Grenzen“ zwischen Jazz und Tango verschwimmen und rührten damit die Gemüter der Zuhörer mächtig an: Kein Stück des „Ensemble Contrabajando“, das nicht mir Bravo-Rufen aus dem Publikum lautstark gefeiert und beklatscht wurde!

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Immer wieder brauchte der „Jubel“ der Zuhörer aber auch seine Zeit, um sich richtig zu entfalten: Nach den vielfach stillen Tango-Tönen mit Nachklang wagte zunächst keiner zu Applaudieren. So waren es über mehr als zwei Stunden vor allem die ruhigen Tango-Melodien, die den Herzschmerz von Argentiniens Tango erst so richtig zum Erleben brachten und ein von Pianistin Sabine Böker-Kaminsky vorgebrachtes Zitat mit Leben füllten: Tango, so die Musikerin, sei der traurigen Gedanke, den man tanzen könne. Gerade dabei kam dem von Stefanie Schulte-Hoffmann leidenschaftlich gespielten Akkordeon eine wichtige Position in der Musik zu. Die quasi verschleppten Töne und Übergänge des Akkordeons machten den Einfluss auf das Stimmungszentrum erst so richtig perfekt.

Tango mit dem „Ensemble Contrabajando“ hat beim Jazz-Club Arnsberg alle schönen Seiten der Musik buchstäblich ausgespielt. Zwei Zugaben on top setzten dem Abend noch an Unterhaltungswert und Wohlgefühl zu – mit einer Erkenntnis: Konzerte des Jazz-Clubs Arnsberg im kleinen Rahmen der KulturSchmiede besser nicht zu verpassen. Nächste Gelegenheit ist schon am Freitag, 17. November, um 20 Uhr. Dann ist das Lorenzo Petrocca Organ Trio in Arnsberg zu Gast und die Hammond-Orgel auf der kleinen Kulturbühne im Mittelpunkt.

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