Interkulturelle Kompetenz trifft Umweltbildung

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Fortbildung in Agnes-Wenke-Sekundarschule voller Erfolg

Wie lassen sich interaktive Umweltbildung und Kinder bzw. Jugendliche mit Migrationshintergrund auf einen Nenner bringen? Welche kulturspezifische Muster begegnen einem? Und was ist generell in der Arbeit mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen zu bedenken? Diesen Fragen ging die Fortbildung “Interkulturelle Kompetenz trifft Umweltbildung” der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (kurz: nua) nun in der Agnes-Wenke-Sekundarschule auf den Grund.

25 Teilnehmer/innen von nah und fern trafen sich in der Agnes-Wenke-Sekundarschule, um an der Fortbildung “Interkulturelle Kompetenz trifft Umweltbildung” mit den Dozenten Ercan Arslan, Kommunikation und Diversity Trainer aus Essen, und Andreas Roefs, Wald & Holz NRW, teilzunehmen. Anhand theoretischer und mit dem “Bollerwagenprojekt” auch praktischer Darstellungen konnten sie erleben, wie Bildungsarbeit mit Flüchtlingen im Wald aussehen kann. Gisela Lamkowsky, Dr. Gertrud Hein und Birgit Rafflenbeul vom NUA NRW bereiteten dafür eine praktische Exkursion ins Freie vor.

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Die Teilnehmerrunde, die sowohl aus Lehrer/innen, aber auch aus Lehrenden im außerschulischen Bereich (z.B. Wildwald Voßwinkel) bestand, folgten gebannt den Ausführungen des Kommunikation und Diversity Trainers, der mit praxisnahen Beispielen auf die kulturspezifischen Muster, insbesondere erst kürzlich zugewanderter Menschen aus arabischsprachigen Ländern, hinwies, aber auch auf die Wichtigkeit des Sprachwissens hindeutete. “Passende Sprachkurse – da muss in Deutschland noch viel gemacht werden”, sagte Ercan Arslan. Es sei nicht zweckmäßig und sehr schwierig, Akademiker gemeinsam mit Menschen, die lediglich die Möglichkeit hatten, zwei Jahre zur Schule zu gehen, zu unterrichten. Hier müsse differenzierter vorgegangen werden. Insgesamt hielt er einen sehr interessanten Vortrag zur Definition des Begriffs Kultur und warum Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, zunächst einmal unter einem Kulturschock leiden können.

Wie die Bildungsarbeit mit Flüchtlingen im Wald praktisch gestaltet werden kann und auf welche kulturellen Missverständnisse man auch hier stoßen kann, erläuterte Andreas Roefs am Nachmittag in freier Natur. Er erzählte von seinem “Bollerwagenprojekt”, das er bereits seit geraumer Zeit einsetzt, um Kindern und Jugendlichen in Asylunterkünften ein wenig Abwechslung zu bieten und sie an die Natur heranzuführen. Im Wald könnten die Kinder und Jugendlichen auch mal richtig Dampf ablassen, berichtet der Wald- & Holz-Experte. Wo sonst könne man frei nach Laune kräftig schreien. Seine Tipps und zielgerichteten Erfahrungen im Bereich der Bildungsarbeit mit Flüchtlingen saugten die Fortbildungsteilnehmer auf wie ein Schwamm. Durch die erweiterten Informationen von Ercan Arslan war es den Teilnehmern möglich, etwaige kulturspezifische Bedenken zum Waldprojekt auszumerzen.

Die AWS, die mit gleich drei Lehrkräften auf der Fortbildung vertreten war, ist sich sicher: Diese Ideen werden greifen – auch hier in Arnsberg.

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