Jazzige „Toccata“ begeistert 600 Zuhörer vor dem Dom

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Ein musikalisches Programm, das abwechslungsreicher kaum hätte sein können, und ein Jazzsänger, der sein Publikum in beste Stimmung versetzten konnte: Alles richtig gemacht – so kann das Urteil für die diesjährige „Toccata“ open air des Dombauvereins Neheim vor dem Neheimer Dom nur lauten. Rund 600 Besucher aller Altersgruppen ließen sich diesen musikalischen Spaß, der unter dem Motto „Die Toccata jazzt“ stand, auch bei tropischen Temperaturen den bemerkenswerten Auftritt des Jugend-Jazzorchesters NRW nicht entgehen…

Dirigent Stephan Schulze brachte 18 äußerst motivierte junge Musikerinnen und Musiker vom Jugend-Jazzorchester NRW auf die Bühne vor der St. Johannes Kirche. Und das ob des musikalischen Wechsels im Toccata-Programm gespannte Publikum musste auch nicht lange warten: Kräftig ging es los – Saxophone, Posaunen, Trompeten, Flügelhörner, Klavier und E-Piano sorgten neben Bass, Gitarre und Schlagzeug für den richtig fetten Big Band-Sound. Dirigent Stephan Schulze lud in der ersten Halbzeit – um in angemessener Fußballsprache zu reden – alle Gäste der Toccata ein, mit ihm und den jungen Bandmitgliedern eine musikalische Reise anzutreten.

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Das Jungend Jazzorchester NRW ließ seine Zuhörer am musikalischen Programm ihrer jüngten Tournee teilhaben. (Fotos: Albrecht)

Gerade erst zurück von einer Tournee in Teilen Südamerikas ließen die entsprechenden Klänge nicht lange auf sich warten. Aber das musikalische Programm in der ersten Hälfte hatte überdies noch einige Welthits von Jazzlegenden zwischen Nord- und Südpol zu bieten. Mit Swing, Latin sowie Rhythm ´n´ Blues wurden die Zuhörer bestens auf einen schönen Abend eingestimmt, bei dem zahlreiche Einzeltalente aus dem Kreis des Jugend-Jazzorchesters ihre Chance zu einem brillanten Solo bekamen und nutzten. Apropos brillant: Die vom Jazz-Nachwuchs gespielt Musik wurde auf dem Neheimer Marktplatz auch in Top-Qualität wieder gegeben – ein Genuss für die Ohren.

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Ein lauer Sommerabend mit toller Musik auf der Neheimer Marktplatte – so lieben alle die Toccata, die in diesem Jahr zum 12. Mal stattfand.

Wer zur Pause vor dem Dom geglaubt hatte, die jungen Musiker hätten schon alles gegeben, der wurden in den letzten rund 45 Minuten eines Besseren belehrt. Tosender Beifall von 1200 Handflächen, als Dirigent Stephan Schulze den angekündigten Jazz-Sänger Jeff Cascaro aus Dortmund auf der Bühne begrüßen konnte. Mit dem Entertainer par excellence wurde es auf der Bühne noch lebendiger. Jeff Cascaro – im Stile eines Frank Sinatra oder anderer Sänger festlich gekleidet – ließ keinen Zweifel an seiner stimmlichen Ausbildung: In Erinnerung an Jazz-Größen der letzten Jahrzehnte sang sich Cascaro zur Musik der jungen Trompeter, Saxophonisten oder Posaunisten in Stimmung. Dass er dabei nicht auf die Unterstützung des Publikums verzichten wollte, wurde schnell erkennbar. Ganz im Stile eines perfekten Entertainers der alten Schule forderte er die Zuhörer zunächst zu vorsichtigem (weil leisem) Klatschen auf, bevor er den 600 Gästen noch ihre Texte und Melodien vorsang!

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Jazz-Entertainer Jeff Cascaro und Dirigent Stephan Schulze (li.) überzeugten im Team.

Darauf hatte das zunächst eher zurückhaltende Publikum anscheinend nur gewartet: Zuerst noch zaghaft, dann aber immer kräftiger stiegen die Gäste der Toccata in die musikalische und letztlich auch stimmungssteuernde Unterstützung des Sängers und der ganzen Big Band ein. Die Aussicht auf den schmackhaften Toccata-Teller geriet für eine Zeit lang in Hintertreffen – alle Augen und Ohren waren in richtig Bühne gewandt, wo sich zur gesanglichen Begleitung von Jeff Cascaro auch der Jazz von seinen ganz verschiedenen Seiten – mal Soul, mal nahe am Tango usw. – zeigte.

Nach einem rund 90-minütigem Programm verabschiedeten sich Sänger, Dirigent und Big Band erstmals von ihren Gästen, die zunächst mit rhythmischem Klatschen und Zugabe-Rufen eine bekamen. Noch einmal überzeugte die gelungene Mischung auf der Bühne und bei der Einzelvorstellung der Musiker bekamen alle vom jugendlichen Jazz-Nachwuchs ihren wohl verdienten Applaus und mehr. Dann war auf dem gedunkelten Marktplatz aber wirklich Schluss mit Musik, und man machte sich über die Toccata-Teller der Fleischerei Alteköster her. Mit geselligen Gesprächen ging ein schöner Toccata-Abend zu Ende, für den viele heimische Sponsoren und die logistische Unterstützung des Aktiven Neheims ihren großen Anteil hatten…

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