„Kleine Hexe“ zaubert sich in die Herzen der Herdringer Zuschauer

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Die 101. Premiere auf der Freilichtbühne Herdringen ist Geschichte – und macht große Hoffnungen auf die Zukunft: Mit dem Familienstück der diesjährigen Spielzeit, „Die kleine Hexe“, hat die Herdringer Bühne den zweiten Coup für eine erfolgreiche Spielsaison auf der Bühne gelandet. Spielwitz und frisch agierende Darsteller in den großen wie kleinen Rollen strahlten auf das Premierenpublikum über. Musikauswahl und Umsetzung der Idee machten die Präsentation einer modernen „kleinen Hexe“ erst richtig möglich…

Bestens gelaunt nach den Feierlichkeiten rund um die 100. Premiere auf der Freilichtbühne Herdringen („Heiße Ecke“) zeigte sich bei der Vorstellung zum Familienstück der Vorsitzende Thomas Lepping. Mit Blick auf das Jubiläum eine Woche zuvor erinnerte Lepping vor rund 600 Zuschauern daran, dass man erst seit 1978 mit „Räuber Hotzenplotz“ ein Familienstück auf der Bühne gezeigt habe. Seit 1983 dürfen sich die Besucher in Herdringen jährlich über zwei Stücke freuen, die die Spielzeit komplett machen, erklärte Lepping den Gästen.

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Die kleine Hexe (Carla Padberg) und ihr stets sie begleitender Schatten (Detlev Brandt) in einer der typischen Handlung des Stücks.

Dabei ist die „Kleine Hexe“ auf der Herdringer Freilichtbühne längst keine Unbekannte mehr: Schon vier Mal, so gab es zur Begrüßung vom Vorsitzenden zu erfahren, sei das Stück von Ottfried Preußer in Herdringen gezeigt worden. Und vor vielen Ehrengästen, unter ihnen die stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner und Pfarrer Dietmar Röttger aus Hüsten, gab Lepping die Bühne für die verkleideten Darsteller frei.

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Vereinsvorsitzender und Zauberer Thomas Lepping bei seiner kleinen Show…

Doch halt, vor dem Start in das Stück durfte eine Anleitung zum Verstehen eines Teils der Handlung auf der Bühne nicht fehlen: Thomas Lepping, selbst als Künstler auch der Zauberei verpflichtet, nahm sich die Zeit, vor allem den jungen Publikum einen Teil der Handlungsstränge rund um die „kleine Hexe“ und halt ihren „Schatten“ zu erklären. Der, so Lepping, sei nämlich für die Zauberei der jungen Hexe verantwortlich und bediene sich deshalb so mancher raffinierter Hilfsmittel. Das wichtigste – so konnten die Premierengäste in den spannenden Minuten danach erfahren – sei der Zauberstaub, der zu jedem der Zaubereien auf der Bühne in Mengen gut sichtbar verteilt wurde.

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Den bösen im zeig´ ich´s – denkt die kleine Hexe sich.

Im Applaus für den von Thomas Lepping noch schnell gezeigten Zaubertrick ging es dann auch schon los: In den Hauptrollen – Carla Padberg (kleine Hexe), Detlev Brandt (ihr Schatten – zum Zaubern) und Dirk Hammel (Rabe). Schon kurz nach dem Start des Stückes wurde deutlich: Die Drei haben auf der Bühne kleine leichte Aufgabe! Quasi Alleinunterhalter auf so einigen Quadratmetern Naturbühne, haben die drei Hauptsdarsteller aber schnell beweisen können, dass sie nicht nur die Bühnenfläche, sondern auch ihr – vor allem junges – Publikum gut im Griff haben.

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Ohne Worte!

So überzeugte die kleine Hexe mit ihrer strahlenden Lebensfreude und einer gehörigen Portion Mut, den großen Hexen entgegenzutreten. Wahrlich keine leichte Aufgabe hatte dabei stets der Schatten der kleinen Hexe, trägt er diese doch über das ganze Stück auf ihrem Hexenbesen zu den Auftritten auf und über die Bühne! Und davon gibt es zum Glück viele… Für das Publikum besonders ansprechend ist der stets albernde Schatten (Detlev Brandt), der nie müde wird, sich in seiner Haupt-Rolle am liebsten selber zu gefallen. Mal als Kraftprotz, mal als Sieger – seine Posen sind eindeutig und gefallen dem Publikum, das sie mit Applaus und Lachen quittiert. Einem aber nicht, dem Raben!

So sicher wie die Rollen von Hexe und ihrem Schatten, so sicher ist auch der ständige Streit zwischen Schatten und Rabe, den die kleine Hexe stets zu schlichten versucht, der aber zur Belebung der Handlung einen wichtigen Teil beiträgt. Viel zu Lachen gab´s und gibt´s für die Zuschauer, wenn sich der Schatten ausgelassen über die gelungenen Hex-Aktionen mit der kleinen Hexe freut. Schließlich hat sie ja stets nur Gutes im Sinn, was so gar nicht in ihre Vorbereitung für ihre Vorstellung vor dem großen Hexenkonvent passt…

Und dann sind sie auch schon da: die großen Hexen. Ihr Merkmal sind die tollen Kostüme, zu denen je ein eigener Besen nicht fehlen darf! Aber, wer schleicht denn dort ständig auf der Bühne herum und passt auf, dass er (eigentlich: sie) möglichst nicht gesehen wird? Die Verräter-Hexe „Rumpumpel“ (Denise Hoffmann) treibt das ganze Stück über mit ihrem „Selfi-Besen“ ihr Unwesen. Will sie doch vor der Oberhexe glänzen und von den vermeintlichen Missetaten der kleinen Hexe petzen.

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Sogar schneien lassen kann es die kleine Hexe auf der Bühne! Und ihr Schatten hilft mit…

Wie immer sind es auf der Freilichtbühne die einzelnen Charaktere, die den Stücken wie der „kleinen Hexe“ ihren positiven Stempel aufdrücken. Zum Beispiel der Besen-Händler“ Herr Pfefferkorn, trefflich als zerstreuter Verkäufer von Thomas Ludwig dargestellt. Immer wieder kann er das Publikum bei der Vorstellung seiner großen Besenauswahl im Laden hinreißen und erntet vor allem für den Akkubesen (eine Bühnen-Eigenkreation!) viel Beachtung der Zuschauer. Für einen Raunen in der Menge der Premierengäste sorgten auch die Schar quirliger Raben, die mit ihrem Tanz für „Rabatz“ und „Remmidemmi“ auf der Bühne sorgen konnten.

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Viele einzelne Charaktere machen das Bild auf der Bühne zur „kleinen Hexe“ richtig lebendig.

Die Menschen sind sei jeher das große Kapital der Freilichtbühne… Und so sind es im Familienstück „die kleine Hexe“ über 80 Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von 2 bis 75 Jahren, die dem Stück ihre eigene Aussagekraft verleihen. Besonders gut gelingt das zur Premiere kurz vor der Pause, als die kleine Hexe auf einem Schützenfest wieder Gutes bewirken will. Die Schützenfest-Szene trifft zudem den Nerv der Zuschauer. Allseits bekannt die Melodie „Auf die Vogelwiese geht der Franz…“ zu der aus den Reihen der Zuschauer begeistert geklatscht und sogar gesungen wurde.

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Nicht verpassen: Das Familienstück „Die kleine Hexe“ in Herdringen.

Zeigt sich der erste Teil der Aufführung noch auf wenige Charaktere begrenzt, kommt nach der Pauste erst so richtig Leben auf die Bühne. Die dargestellten Szene werden größer – die Junghexen nehmen mit ihren Choreografien und Gesängen (einstudiert von Regisseurin Patricia Hoffmann und Gesangscoach Tim Erlmann) das ganze Publikum mit. Einen wesentlichen Teil dazu trägt die Auswahl moderner Musik bei: Peter Fox („Das Haus am See“ u.v.m.) ist es zu verdanken, dass das Stück „Die kleine Hexe“ seinen modernen Anzug bekommt. Den Tänzen der Junghexen wie der Choreografie der Alt-Hexen, dass dieser auch auf das Publikum überspringen kann.

„Die kleine Hexe“ auf der Freilichtbühne in Herdringen – ein Stück, das bestens geeignet ist, den Stress des Alltags und andere Sorgen für gut zwei Stunden (einschließlich 20 Minuten Pause) vergessen zu lassen! Wer die Erinnerungen an Stück und Akteure danach noch mit nach Hause tragen möchte, kann über den Kauf (Schutzgebühr) eines bunten Programmheftes nachdenken, in dem Szenen des Stücks und Schauspieler abgebildet sind.

Gut zu wissen: Freilichtbühne Herdringen – Saison 2016; Familienstück „Die kleine Hexe“  – Erwachsenenstück (ab 12 Jahren) „Heiße Ecke“. Kartentelefon 02932/39140 (mo. bis fr. 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, sa. und so. 10 bis 12 Uhr), Karten per Mail an „karten@flbh.de“. Alles Infos zum Programm in der Saison (u.a. über ausverkaufte Vorstellungen) im Netz: www.flbh.de.

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