Neheims neuer Markenauftritt kommt flüsterleise, aber zielgerichtet!

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„Psssst“, haben Sie´s schon gehört?! Die Neheimer Geschäftsleute haben sich jetzt zu ihrer Jahresversammlung getroffen und dabei vor allem ihr neues Marketingkonzept abgestimmt. Mit dem Slogan „Pssst… mein Neheimtipp!“ will man in der Einkaufsstadt künftig zu allen Festen und Veranstaltungen werben und sich so von den mitbewerbenden Städten in der Umgebung markant absetzen. Das auch personell tun zu können, haben sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft (Foto, oben: Der geschäftsführende Vorstand – Foto: Albrecht) für ein aktives Neheim („Aktives Neheim“) mit der Bestätigung von Peter Rottler im Amt des zweiten Vorsitzenden und der Neuwahl von Kai Stiefermann in das Amt des Schatzmeisters auch personell in Stellung gebracht. Neheim will seine Vision weiterleben und Einkaufsstadt des Sauerlandes werden…

Herbert Scheidt, Vorsitzender des Aktiven Neheim (AN) konnte im Neheimer Kaiserhaus zur Jahresversammlung der Neheimer Kaufleute rund 100 Mitglieder und Gäste begrüßen. In seiner Begrüßung erinnerte Scheidt an den politischen Willen, in Neheim die Einkaufsstadt für 73.000 Einwohner Arnsbergs zu fördern. „Ich bin von der Kraft der in Arnsberg angestrebten Dachmarke überzeugt, wir wollen aber in Neheim die eingeforderten Akzente für den Einzelhandel setzen“, so der Vorsitzende. Man müsse sich wichtigen Fragen für die Zukunft stellen: Wo werde in Arnsberg künftig der Einzelhandel angesiedelt? Und – was mache eine gute Einkaufsstadt aus?

Gegenüber den anderen Städten wolle man jedoch stets den Anspruch verfolgen, mit den eigenen Marketingkonzept eine Nasenspitze voraus zu sein. Der Einzelhandel vor Ort sei ein zartes Pflänzchen, das derzeit aber von aktuellen Entwicklungen bedroht werden. Ein Problem bleibe der Internethandel. „Das Internet hat nie geschlossen und keine Personalkosten“, verdeutlichte Scheidt. Jetzt müsste man in Arnsberg und anderen Städten aber stark um den Fortbestand der verkaufsoffenen Sonntage bangen. „Wir leben in einer verkehrten Welt“, so Scheidt, mit Blick auf Kurorte, die an 40 Sonntagen im Jahr geöffnet sein dürfen, oder den Outlets, die nur an zwei Sonntagen im Jahr geschlossen blieben.

Stärken von Neheim

Wenn man über die Stärken von Neheim sprechen wolle, müsse man unbedingt die über 180 Einzelhändler nennen, die mit ihrem Mix die Stadt attraktiv machten. Zu den Vorteilen von Neheim zählten, so Scheidt, weiter die schnelle Erreichbarkeit, die Gastronomie und vor allem der Wochenmarkt. Das zeige sich auch am großen Interesse an den Immobilien in Neheim. Ihre Eigentümer kämen aus Neheim und sorgen sich um ihren Besitz vor Ort.

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Gespannt ließ sich der geschäftsführende Vorstand vom Aktiven Neheim über die neuen Vorschläge informieren. Fotos: Albrecht

Ein großes Lob schickte der AN-Vorsitzende auch in Richtung seines Teams. Eine „super funktionierende Truppe“ leiste eine gute Arbeit. Vor allem jedoch müsse dem Team von Citybüro in Neheim gedankt werden. Scheidt überreichte Blumen und Pralinen an Maria und Konrad Buchheister.

Für den Arbeitskreis Events berichtet Geschäftsführer Konrad Buchheister kurz über die Events in der Einkaufsstadt. Wieder einmal haben die großen Stadtteilfeste in Neheim den Hauptteil der Umsätze ausgemacht. Frühlingsfest, Neheim Live, Fresekenmarkt mit neuem Oktoberfest und der Weihnachtstreff zeigten sich über das Jahr 2015 hinweg als beständige Frequenzbringer. Jetzt schon könne man sich auf die Eröffnung des Weihnachtstreffs am Dom freuen, der auch 2015 – u.a. mit dem Gasthaus „Zum Elch“ sein Publikum nach Neheim gezogen bzw. in Neheim gehalten habe.

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Lutz Jurkat von der Hamburger Werbeagentur „2do“ stellt die neue Marketingkampagne für Neheim vor, die in Zusammenarbeit mit heimischen Kreativen entstanden ist.

Von der Hamburger Werbeagentur „2do“ stellte Lutz Jurkat die Frage nach der Durchsetzung des vor einigen Jahren entwickelten Mottos „Shoppingcenter unter freiem Himmel“. „Was wir entworfen haben wurde strickt durchgehalten, aber hat es sich auch durchgesetzt?“, fragte Jurkat. Zahlen von Umfragen zur Beliebtheit von Neheim als Einkaufsstadt (76 Prozent) gegenüber Meschede (74%) oder Menden (65%) zeigten, dass Neheim weiter das „Epi-Zentrum des Einzelhandels“ sei. Mit der Kampagne „Shoppingcenter“ habe man trotzdem nicht den erhofften Durchbruch erreicht. Das Ziel, Neheim zur Marke zu machen, wolle man nun jedoch mit einem „Fingerzeig für Neheim“ erreichen.

„Psssst… Mein Geheimtipp für…“

„Psssst…. Mein Neheimtipp für…“ – so will sich die Einkaufsstadt künftig ihren Bewohnern, aber vor allem auch den Besuchern aus der Umgebung von Arnsberg präsentieren. Und das Muster ist flexibel, konnte Jurkat beweisen. Auf Plakaten, als Werbespott im Radio oder als Hingucker auf Tragetaschen – dem „Neheimtipp“ könnte eine großartige Zukunft auch in den Köpfen der Menschen bevorstehen. Dazu könnte nach Überzeugung von Jurkat vor allem das Weitertragen des Slogans über die Website des Aktiven Neheim beitragen. Diese sei vor allem zu Veranstaltungen in Neheim stets besonders frequentiert und solle jetzt eine optische Veränderung erfahren.

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Peter Rottler, alter und neuer zweiter Vorsitzender des Aktiven Neheim gab ein flammendes Bekenntnis für das Dachmarkenkonzept ab. Fotos: Albrecht

„Das Aktive Neheim hat sich damit rechtzeitig mit eigenen Impulsen für das Dachmarkenkonzept von Arnsberg aufgestellt“, sagte Peter Rottler. Das spezielle Werben für Neheim steht in keinem Widerspruch zu den Plänen des Bürgermeisters. „Ich stehe klar hinter dem Dachmarkenkonzept“, postulierte der zweite Vorsitzende des AN.

Nach dem Werbeblock für Neheim wurden die restlichen Tagesordnungspunkte zügig abgehandelt. Für den bis zur Wahl am Mittwoch noch amtierenden Schatzmeister Gerd Hagedorn stellte dessen designierter Nachfolger Kai Stiefermann den positiven Jahresabschluss des Vereins vor. Nach allen Abzügen verbleibt ein vierstelliger Überschuss. Größter Ausgaben- und Einnahmeposten in der Rechnung waren wieder die Stadtteilfestes und Events in Neheim. Hier könnte es in den nächsten Jahren sogar noch zu weiteren Steigerungen kommen, wenn zur Absicherung der verkaufsoffenen Sonntage mehr Gewicht auf Veranstaltungen gelegt werden müsse. Für 2015 wurde dem Vorstand bei einer Enthaltung eine Entlastung für die vorgelegten Zahlen gewährt.

Peter Rottler weiter 2. Vorsitzender

Bei den Wahlen wurde Kaufmann Peter Rottler für zwei weitere Jahre im Amt des 2. Vorsitzenden bestätigt. Auf eigenen Wunsch schied Schatzmeister Gerd Hagedorn aus dem Amt aus, Kai Stiefermann wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Eine Veränderung gab es auch bei den Kassenprüfern, zu denen sich jetzt auch Andrea Aland zählen darf.

Die Plakette „Ausgezeichnete Fassade 2016“ überreicht AN-Vorsitzender Uwe Kröber und Andreas Bremke von der HNH Hausbesitz. Damit wurde ihr bauliches Engagement an dem Haus auf der Hauptstraße in Neheim gewürdigt, in dem nach Umzug jetzt der Textiler „Zebra 21“ zuhause ist.

Praktische Tipps zum Umgang mit dem oft gerichtlichen Streit über die verkaufsoffenen Sonntage erhielten die anwesenden Einzelhändler aus Neheim zum Abschluss von Stephan Britten, den Handelsreferenten der IHK Arnsberg, Hellweg, Sauerland. Britten stellte die sich aus dem Ladenöffnungsgesetz (LÖG) ergebenden Probleme vor. Um weiterhin jedoch verkaufsoffene Sonntage durchführen zu können, müssten wichtige Grundlagen berücksichtigt werden. Dazu, so Britten, zähle vor allem die Tatsache, das Shoppen am Sonntag nicht zum eigentlichen Anlass zu machen. Veranstaltungen an Sonntagen müssten deutlich stärker in den Mittelpunkt gestellt werden, als die Möglichkeit zum Einkaufen. Dies zu untermauern seien die Veranstalter gehalten, mitunter auch eine Besucherprognose abzugeben. Auch könne es immer wieder wichtig sein, den Nutzen verkaufsoffener Sonntage für den Einzelhandel vor politischen Entscheidern herauszustellen.

Gut zu wissen: Nach Gesprächen mit der Stadt plant Neheim mit der Durchführung seines verkaufsoffenen Sonntags im Advent, genau am 11. Dezember. Ein entsprechendes Veranstaltungskonzept für den 2. Advent will man dazu noch konkret vorlegen.

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