Rosalore freut sich über Rudi Assauer Preis – “Humortraining für Angehörige” wird auf Schalke prämiert

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Die Demenz beendet das Leben. Sie lässt Menschen einfach aus ihm herausfallen. Sie stigmatisiert. Falsch! Die Demenz frisst Erinnerungen. Ja. Sie saugt Lebensenergie. Ja. Aber sie lässt Menschen nicht aus dem Leben fallen – wenn die Gesellschaft reagiert und sie auffängt! Genau das sieht Rosalore, alias Susanne Bötel, als eine ihrer Lebensaufgaben an: Sie möchte Menschen im Alter und mit Demenz als Clownin und Kunstbegleiterin am Leben teilhaben lassen. Sie im Hier und Jetzt begleiten und ihnen ein Lächeln ins Herz zaubern. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Angehörigen. Und genau dafür erhielt sie nun einen der dotierten Preise der Rudi Assauer Initiative in der Veltins-Arena auf Schalke.

Als Susanne Bötel mit ihrer Begleitung die VIP-Lounge der Veltins-Arena betritt, staunt sie nicht schlecht, als direkt vor ihr die Manager-Legende Rudi Assauer samt Tochter und jahrelang treuer Sekretärin eincheckt. Souverän schüttelt sie ihm die Hand – denn heute ist sie nicht als Rosalore unterwegs, sondern als Humortrainerin für Angehörige von Menschen mit Demenz.

Auch ihr Bruder Dierk, ihre beste Freundin Claudia, Marita und meine Wenigkeit sind angetan von diesem Treffen der besonderen Art.

Auf den Tischen glänzen Bestecke, funkeln Gläser und laden weihnachtliche Dekorationen zum Platznehmen ein. Eine erste Runde Sekt wird verteilt – noch wissen wir nicht, worauf wir anstoßen. Aber die persönliche Einladung der Rudi Asshauer Initiative an Susanne Bötel inkl. vier Begleitpersonen wird schon etwas zu bedeuten haben. Also genießen wir einfach den Moment und lassen uns vom Flair des Stadions tragen.

Wenige Minuten später tritt Werner Hansch aufs Podest – führt humorvoll und treffsicher in die vierte Preisverleihung der Rudi Assauer Initiative ein. Seit 2013 werden jährlich Awards an Institutionen, Einrichtungen und Einzelpersonen verliehen, die sich innovativ in der Betreuung von Demenzpatienten und ihrer Angehörigen engagieren.

„Ich will mich nicht vergessen“ prägt die Initiative

Rudi Assauer – die Schalker Manager-Legende, sitzt ebenso interessiert drei Tische weiter. Etwas blass erscheint der nunmehr 72-Jährige. Neben ihm seine Tochter, Bettina Michel, sowie Sekretärin, Sabine Söldner.

Er wirkt etwas verloren, sichtlich irritiert – kein Wunder, hat er doch im Jahre 2012 über die ZDF-Doku “Rudi Assauer – Ich will mich nicht vergessen” veröffentlicht, dass er an Alzheimer-Demenz erkrankt ist. Durch diesen Umstand geprägt gründete sich rund ein Jahr später die Initiative mit dem Zweck, das Thema “Demenz” in der Öffentlichkeit zu enttabuisieren und die Forschung sowie Entwicklung neuer Projekte zur Verbesserung der Situation der Angehörigen von Betroffenen zu fördern.

Wir lauschen den Klängen des Flügels, der von keinem geringeren als Thomas Wise bedient wird. Seine Stimme gibt wenig später Giorgos Kanaris (Bariton) dazu. Eine Atmosphäre, die den Nachmittag auf wunderbare Art und Weise mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest verknüpft.

Natürlich ist auch die Bürgermeisterin von Gelsenkirchen, Martina Rudowitz, vor Ort – sie gratuliert bereits an dieser Stelle den fünf bzw. sechs Preisträgern des Rudi Assauer Awards. Es ist schon etwas besonderes, dass auch der Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe, auf der Bühne steht, um ein paar Worte sowie die Laudatio für den Erstplatzierten zu halten. 

Innovative Projekte – glückliche Preisträger

Endlich – es ist soweit. Einer der Laudatoren,  Prof. Dr. Dr. Heinz Bull, tritt auf die Bühne, um ein paar emotionale und lobende Worte an Susanne Bötel zu richten. Wahnsinn! Susanne hat für ihr “Humortraining für Angehörige” tatsächlich einen der begehrten Rudi Assauer Preise bekommen – den mit 500 Euro dotierten 5. Platz! Die Freude ist groß – und während die Gäste kaum aus dem Klatschen herauskommen, tritt Susanne stolz aufs Podest. “Ich bedanke mich sehr bei Ihnen – das ist eine große Ehre für mich, dass ich als Künstlerin diesen Preis erhalte. Jetzt bin ich noch sehr gespannt auf die anderen Preisträger”, schleicht über ihre Lippen. Sie ist sichtlich gerührt.

Euphorisiert nehmen wir wieder am Tisch Platz – denn jetzt folgen die vier weiteren Preisträger. Die wollen wir auf keinen Fall verpassen.

Der Marburger Poetry Slammer Lars Ruppel freut sich über den vierten Rudi Assauer Preis (700 Euro). Ausgezeichnet wird sein bereits 2012 umgesetztes Projekt „Weckworte“. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ermutigte er an Demenz erkrankte Menschen Gedichte zu rezitieren.

Das Projekt „Demenz-Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (Berlin) wird mit dem dritten Preis (1000 Euro) ausgezeichnet. „Demenz-Partner“ ist eine bundesweite Aufklärungskampagne, deren Ziel es ist, mehr Wissen über Demenzerkrankungen zu verbreiten und damit die Wahrnehmung von Menschen mit Demenzen ihren Familien positiv zu beeinflussen.

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Über den zweiten Preis (3000 Euro) freut sich die AOK Rheinland/Hamburg Servicestelle Demenz in Jülich. Die AOK hat in Jülich eine „Musterwohnung Demenz“ geschaffen. Diese soll pflegenden Angehörigen und Interessierten Möglichkeiten aufzeigen, wie mit einfachen Mitteln die eigene Wohnung für die an Demenz Erkrankten freundlich gestaltet werden kann.

Und der erste Preis, dotiert mit 4000 Euro, geht an die Stadt Haltern am See. Die Stadt Haltern am See hat 2010 das Projekt „Zertifizierung jugendlicher Seniorenbegleiter und deren anschließendes Engagement“ ins Leben gerufen und setzt dieses seitdem erfolgreich um.

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Einen weiterer Preis, der Medienpreis geht in diesem Jahr an die Redakteurin Sabine Gerlach, Deutschlandradio Kultur. Ausgezeichnet wird die Berliner Journalistin für ihr Hörfunkfeauture „Bewegung für Kopf und Körper“, in dem sie spezielle sportliche Trainingsprogramme für Menschen mit Demenz vorstellt. Mit dem Feature ist es Gerlach gelungen, die Hörer zu Teilnehmer der Gruppenaktivitäten werden zu lassen. Es entsteht „Kopfkino“.

Innovative Ideen prägen den Nachmittag

Es ist erstaunlich, wie viele gute Ideen hier dotiert werden – und den ersten Platz gönnen wir den Jugendlichen der Stadt Haltern ungemein. Sie durchlaufen eine halbjährliche “Ausbildung”, um dann für Menschen mit Demenz da zu sein. Etwas wirklich ganz Besonderes – in dem Alter. Hut ab!

Nun gut – bei all der Freude wollen wir aber das Buffet nicht aus den Augen verlieren. Denn der SV Schalke 04 hat dafür gesorgt, dass die Initiatoren, Preisträger und Gäste in der VIP-Lounge der Veltins-Arena bestens versorgt werden. Lecker. Wirklich lecker!

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Nach diesem spannenden und für Susanne Bötel, alias Rosalore, sowie den vielen weiteren Preisträgern auch erfolgreichen Nachmittag lassen wir es uns auch nicht nehmen, zur Feier des Tages noch mit einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen anzustoßen.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Na – weil Rosalore in Arnsberg kein unbekannter Name ist. Schon zweimal brachte sie die Augen vieler Menschen in unserem beschaulichen Städtchen zum Glänzen und die Herzen zum Lachen.

Sie möchten mehr erfahren? Gern! Weitere Infos unter: www.rosalore.de.

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