Theaterverein Müschede zeigt ganz normalen Krankenhaus-Wahnsinn

Müschede. Auftritt Dr. Ricus Mönkemöller vor den Zuschauern in der Schützenhalle Müschede. Aufgeregt wandelt er über die Bühne, ein Dienstzimmer, so wie man es aus vielen Krankenhäusern kennen dürfte. Die Bühne für den Theaterverein ist ein bis ins kleinste Detail bestückter Behandlungsraum, der über 90 Minuten hinweg den Rahmen für die Komödie der von Ray Coony gibt, eine, die ihren Namen wirklich verdient.

Karl-Heinz Blöink aus Müschede hat eine Mammutaufgabe vor sich: Kaum eine Minute in der er nicht auf der Bühne steht oder über sie läuft – von links nach rechts, von rechts nach links. Und alles nur, um doch endlich die eigentlich schon perfekt einstudierte Rede für den Ärztekongress im Haus noch einmal abzuklopfen. Ein Bild, das sich über die gesamte Spielzeit auf der Bühne zeiht, aber nie so richtig zu Ende geführt werden kann. Immer wieder stören die Kollegen oder die Oberschwester – und letztlich auch ein Patient. Der im Rollstuhl ist besonders penetrant, nicht einmal in Ruhe telefonieren kann man, wenn er im Zimmer ist!

Lustige Szenen und witzige Kostüme: Der Theaterverein Müschede hat den Ton der Zuschauer getroffen. Fotos (4): Frank Albrecht

Der Theaterverein Müschede unter der Spielleitung von Markus Fecke, der selber auch als Arzt auf der Bühne steht, hat es richtig gut gemacht. Nach und nach lernen die Zuschauer die verschiedenen Charaktere des Stückes kennen, elf sind es an der Zahl. Und die rund 180 Gäste des zweiten Tages nach der Premiere müssen auch nicht lange warten, um zu erfahren, dass hier der lokale Bezug zum Krankenhaus in Hüsten gegeben wird. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Ärzten wäre rein zufällig.

Ganz und gar nicht zufällig sind dagegen die gut einstudierten Szenen des Ensembles. Keine Textunsicherheit, kein Hänger beim Spiel, seit Februar hat man sich intensiv auf das Stück vorbereitet. „Wir machen Theater ja nur alle zwei Jahre“, erklärt Spielleiter Fecke in der Pause. Und das schon seit langer Zeit: Vor 30 Jahren sei der Theaterverein Müschede als ein Teil der Schützenbruderschaft St. Hubertus gegründet worden. Vor zwölf Jahren habe man um den Fortbestand der Theatertruppe bangen müssen, es gab nur noch wenige Interessenten. Jetzt sieht Markus Fecke sein Ensemble wieder gut aufgestellt. Die Spieler kommen aus Müschede, Sundern und Meschede – und sie sind jung.

Viel Situationskomik sorgt für Spaß beim Zuschauen.

Das es mit „Alles auf Krankenschein“ wieder eine Komödie geworden ist, liegt in der Intention des Theatervereins. „Wir spielen nur Komödien“, grinst der Spielleiter, selber als Doktor im weißen Kittel. Und man fährt gut damit. Vor zwei Jahren war es die Komödie „Die Kartenlegerin“, die das Publikum unterhalten hat. Jetzt ein Spiel aus dem Krankenhaus. Einmal in der Woche wird geprobt und das insgesamt 20 Personen umfassende Ensemble in Theaterform gebracht. „Der Spaß an der Sache steht natürlich im Vordergrund, wir wollen dass die Leute lachen“, sagt Spielleiter Fecke überzeugt.Dazu gab es am Samstag und Sonntag schon jede Gelegenheit.

Kaum ein Satz verklingt, bei dem das Publikum nicht mitlachen muss! Jede Szene ist so komisch, dass sich jeder, der gerade nicht lachen kann oder will, fragen muss: Was habe ich verpasst?! Auch wenn die Textvorlage für die Komödie nicht oder nur kaum bekannt zu sein scheint, kann sich doch jeder Zuschauer ohne Mühe in die Situation hineinversetzten. Es geht drunter und drüber! Dabei ist der Text zur Handlung, bei der sich der Chefarzt des Krankenhauses immer weiter in Widerspruche um das Resultat eines Techtelmechtels mit einer Krankenschwester vor 18 Jahren verstrickt, nur die eine Seite.

Am Sonntag, 13. Oktober, ist die letzte Chance, beim Theaterverein Müschede zu lachen.

Die andere Seite zum Lachen kommt von der verrückten Nebengeschichte, soll doch beim Oktoberfest am Krankenhaus noch ein Theater aufgeführt werden. Vor der Aufführung sollte man den Genuss von Kaffee oder anderen anregenden Mitteln gut überdenken – rasant und schnell gespielt, sorgt „Alles auf Krankenschein“ schon so für Belebung und hebt die Herzfrequenz wie den Kalorienverbrauch der Lachmuskeln. Wer wirklich nur lachen möchte, kann es hier tun!

Gut zu wissen:

Die letzte Möglichkeit zum Lachen mit dem Theaterverein Müschede gibt’s am Sonntag, 13. Oktober, um17 Uhr. Karten an der Tageskasse.