Kulturmarathon am Sonntag im KunstWerk

Neheim. Bis zu zehn Stunden Kultur – die gibt es jetzt beim ersten „K-Sonntag“ im Neheimer Kunst-Werk an der Möhnestraße. Die Kunst Lehrwerkstatt und ihre Akteure haben eingeladen, sich an dem wohl gewählten Kulturmarathon in Neheim zu beteiligten. Auf dem Programm steht tagsüber ein breit gefächertes Angebot, das Film, Talk, Ausstellung und ein Konzert miteinander in Verbindung bringt. Die Organisatoren haben ganz bewusst die Vielfalt der Kultur im Auge und wollen ein ebensolches Publikum ansprechen. Das zahlt Eintritt nur für das Konzert mit Tango Ensemble „Contrabajando“ am Abend.

Konzerte, Ausstellungen oder Theater – alles hat es im Kunst-Werk schon einzeln gegeben. Immer wieder konnte dazu ein entsprechend begeistertes Publikum gewonnen werden. „Jetzt ist einmal ein ganzer Kultur-Sonntag im Kunst-Werk unser Ziel“, beschreibt Mit-Organisator Christoph Meinschäfer (Foto oben, Mitte, mit Astrid Breuer und Sabine Dohle) die Absicht. Und natürlich – wie man es von den Veranstaltungen im Kunst-Werk gewohnt ist – kommt die Qualität des Angebotes am K-Sonntag nicht zu kurz. So werden mit Schauspieler Stephan Kampwirth und Drehbuch-Autor Volker A. Zahn zwei Große aus der Welt des deutschen Films erwartet, die beide auch noch aus Arnsberg kommen.

Der aktuelle Anlass für ihren Auftritt im Rahmen eines Talks ist nicht weit weg: In der ARD lief vor zehn Tagen der Film „Was wir wussten – Risiko Pille“. Der Film beschreibt die Skrupel eines Verantwortlichen in der Pharmaindustrie, der zwischen Skrupeln und Gewinn-Verpflichtung über Produktion und Vertrieb der Anti-Baby-Pille an jungen Frauen entscheiden muss. Wer den Film nicht zu diesem Datum sehen kann, hat noch vor dem Talk am K-Sonntag um 10 Uhr im Rahmen eines Frühschoppens mit Kaffee die Gelegenheit, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Der Autor und sein Schauspieler sprechen im Anschluss unter dem Motto „Von Arnsberg in die große Filmwelt“ über das Thema, den Film und ihren persönlichen Weg dorthin.

Das KunstWerk in Neheim ist Veranstaltungsort für den K-Sonntag. Fotos: Albrecht

Eine ganz andere Art von Kultur kann die Künstlerin Astrid Breuer („Opfer der Möhnewiesen“) mit ihrem Programm bieten. Die Ausstellung „SHEROES: Heldinnen“ rückt bedeutende Frauen aus der Zeitgeschichte – natürlich in künstlerischer Verfremdung – in den Mittelpunkt. „Ich habe Frauen gewählt, die mich durch ihr Wesen oder ihre Arbeit stark beeindruckt haben“, erklärt Astrid Breuer bei der Vorstellung. Und von Frida Carlo über Angela Merkel bis zu Greta Thunberg sind die Persönlichkeiten dabei, die für ihre (Aus-) Wirkung in der Geschichte stehen. Breuer zeigt die Konterfeis der Frauen, die alle über einen Linol-Schnitt entstanden sind. Jede Frauen-Persönlichkeit wird im Zuge der Ausstellung in drei verschiedenen Druckvariationen zu sehen sein. Ein jeweils spezieller Objekt-Rahmen gibt dazu noch den thematisch passenden Hintergrund.

„Wir möchten den Gästen im Kunstwerk an diesem Tag ein entspanntes Kulturangebot machen“, beschreibt Christoph Meinschäfer die Idee. Besucher können wählen und sich ab 10 Uhr morgens einem durchgehend fast zehnstündigen Kultur-Marathon hingeben, oder auch einfach nur einzelnen Veranstaltungen aus dem Programm besuchen. Für Verpflegung in den Kultur-Pausen soll auch gesorgt werden. Schließlich ist es das Ziel, verschiedene Besucher mit dem Kulturprogramm zu überzeugen. Das gilt vor allem für den Abend: Dann gibt es mit dem Tango Ensemble „Contrabajando“ und ihrer Show „Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires“ die erste Klassik- und Jazz-Night im Kunst-Werk. Im Fotostudio von Christoph Meinschäfer bieten die fünf Musiker des Ensembles einen ganz besonderen Hörgenuss an, der vom herbstlichen Deutschland in deutlich wärmere Gefilde entführt. Für rund zwei Stunden sind die Zuhörer eingeladen, den K-Sonntag stilvoll mit Tango-Klängen zu beenden.Besucher können wählen und sich ab 10 Uhr morgens einem durchgehend fast zehnstündigen Kultur-Marathon hingeben, oder auch einfach nur einzelnen Veranstaltungen aus dem Programm besuchen.

Gut zu wissen:

Für Film und anschließenden Talk sowie die Ausstellungseröffnung bei Astrid Breuer gilt „Eintritt frei – Anmeldung erwünscht“, für die Klassik & Jazz Night gibt es Eintrittskarten schon im Vorverkauf zu haben (im Kunst-Werk sowie im Score-Shop, Apothekerstraße 25). Die Kunst Lehrwerkstatt, die als Veranstalter auftritt, gibt es schon seit einem Jahr. U.a. wurde die letzte große Ausstellung „Lux-gut“ über sie zur „Übernacht“ im Kunst-Werk veranstaltet.

Theaterverein Müschede zeigt ganz normalen Krankenhaus-Wahnsinn

Müschede. Auftritt Dr. Ricus Mönkemöller vor den Zuschauern in der Schützenhalle Müschede. Aufgeregt wandelt er über die Bühne, ein Dienstzimmer, so wie man es aus vielen Krankenhäusern kennen dürfte. Die Bühne für den Theaterverein ist ein bis ins kleinste Detail bestückter Behandlungsraum, der über 90 Minuten hinweg den Rahmen für die Komödie der von Ray Coony gibt, eine, die ihren Namen wirklich verdient.

Karl-Heinz Blöink aus Müschede hat eine Mammutaufgabe vor sich: Kaum eine Minute in der er nicht auf der Bühne steht oder über sie läuft – von links nach rechts, von rechts nach links. Und alles nur, um doch endlich die eigentlich schon perfekt einstudierte Rede für den Ärztekongress im Haus noch einmal abzuklopfen. Ein Bild, das sich über die gesamte Spielzeit auf der Bühne zeiht, aber nie so richtig zu Ende geführt werden kann. Immer wieder stören die Kollegen oder die Oberschwester – und letztlich auch ein Patient. Der im Rollstuhl ist besonders penetrant, nicht einmal in Ruhe telefonieren kann man, wenn er im Zimmer ist!

Lustige Szenen und witzige Kostüme: Der Theaterverein Müschede hat den Ton der Zuschauer getroffen. Fotos (4): Frank Albrecht

Der Theaterverein Müschede unter der Spielleitung von Markus Fecke, der selber auch als Arzt auf der Bühne steht, hat es richtig gut gemacht. Nach und nach lernen die Zuschauer die verschiedenen Charaktere des Stückes kennen, elf sind es an der Zahl. Und die rund 180 Gäste des zweiten Tages nach der Premiere müssen auch nicht lange warten, um zu erfahren, dass hier der lokale Bezug zum Krankenhaus in Hüsten gegeben wird. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Ärzten wäre rein zufällig.

Ganz und gar nicht zufällig sind dagegen die gut einstudierten Szenen des Ensembles. Keine Textunsicherheit, kein Hänger beim Spiel, seit Februar hat man sich intensiv auf das Stück vorbereitet. „Wir machen Theater ja nur alle zwei Jahre“, erklärt Spielleiter Fecke in der Pause. Und das schon seit langer Zeit: Vor 30 Jahren sei der Theaterverein Müschede als ein Teil der Schützenbruderschaft St. Hubertus gegründet worden. Vor zwölf Jahren habe man um den Fortbestand der Theatertruppe bangen müssen, es gab nur noch wenige Interessenten. Jetzt sieht Markus Fecke sein Ensemble wieder gut aufgestellt. Die Spieler kommen aus Müschede, Sundern und Meschede – und sie sind jung.

Viel Situationskomik sorgt für Spaß beim Zuschauen.

Das es mit „Alles auf Krankenschein“ wieder eine Komödie geworden ist, liegt in der Intention des Theatervereins. „Wir spielen nur Komödien“, grinst der Spielleiter, selber als Doktor im weißen Kittel. Und man fährt gut damit. Vor zwei Jahren war es die Komödie „Die Kartenlegerin“, die das Publikum unterhalten hat. Jetzt ein Spiel aus dem Krankenhaus. Einmal in der Woche wird geprobt und das insgesamt 20 Personen umfassende Ensemble in Theaterform gebracht. „Der Spaß an der Sache steht natürlich im Vordergrund, wir wollen dass die Leute lachen“, sagt Spielleiter Fecke überzeugt.Dazu gab es am Samstag und Sonntag schon jede Gelegenheit.

Kaum ein Satz verklingt, bei dem das Publikum nicht mitlachen muss! Jede Szene ist so komisch, dass sich jeder, der gerade nicht lachen kann oder will, fragen muss: Was habe ich verpasst?! Auch wenn die Textvorlage für die Komödie nicht oder nur kaum bekannt zu sein scheint, kann sich doch jeder Zuschauer ohne Mühe in die Situation hineinversetzten. Es geht drunter und drüber! Dabei ist der Text zur Handlung, bei der sich der Chefarzt des Krankenhauses immer weiter in Widerspruche um das Resultat eines Techtelmechtels mit einer Krankenschwester vor 18 Jahren verstrickt, nur die eine Seite.

Am Sonntag, 13. Oktober, ist die letzte Chance, beim Theaterverein Müschede zu lachen.

Die andere Seite zum Lachen kommt von der verrückten Nebengeschichte, soll doch beim Oktoberfest am Krankenhaus noch ein Theater aufgeführt werden. Vor der Aufführung sollte man den Genuss von Kaffee oder anderen anregenden Mitteln gut überdenken – rasant und schnell gespielt, sorgt „Alles auf Krankenschein“ schon so für Belebung und hebt die Herzfrequenz wie den Kalorienverbrauch der Lachmuskeln. Wer wirklich nur lachen möchte, kann es hier tun!

Gut zu wissen:

Die letzte Möglichkeit zum Lachen mit dem Theaterverein Müschede gibt’s am Sonntag, 13. Oktober, um17 Uhr. Karten an der Tageskasse.

John Holms Combo beim Jazz-Club Arnsberg zu Gast

Am Freitag, 3. Mai, steht das nächste Konzert beim Jazz-Club Arnsberg an: Ab 20 Uhr spielt die “John Holms Combo” in der KulturSchmiede Arnsberg. Restkarten gibt es ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Die musikalische Richtung dieser Band umfasst Swing, Standards, Bebop, Fusion und Modern Jazz. Der in England geborene Bandleader John Holmes, ein Urgestein der Soester Jazzszene, gründete 1986 zusammen mit seiner Frau Susanne den Jazzclub Soest, ursprünglich um eine Bühne für einheimische Musiker zu bieten. 

Die anderen Musiker haben alle einen Brotberuf und die Musik schon seit langem als ihr Hobby erkoren. Von den zahlreichen John Holmes CD-Produktionen können Sie (noch) nicht leben.

Gut zu wissen:

Jazz-Club Arnsberg lädt ein: John Holms Combo

Freitag, 3. Mai 2019, ab 20 Uhr in der KulturSchmiede, Apostelstraße

Karten: Restkarten an der Abendkasse ab 19.30 Uhr

(Text u. Foto: Veranstalter Jazz-Club Arnsberg)

Jazz-Club Arnsberg hat am Freitag Jörg Seidel zu Gast

Der Jazz-Club Arnsberg lädt am kommenden Freitag, 5. April, zu seinem nächsten Konzert ein. Zu Gast ist der Jazz-Gitarrist Jörg Seidel mit Band. Bei dem Konzert, das um 20 Uhr in der KulturSchmiede Arnsberg beginnt, stellt der Künstler seine zweite CD vor. Darin macht er keine Geheimnis aus seiner Leidenschaft, Titel von Udo Jürgens zu spielen…

Im Jahr 2015 veröffentlichte Jörg Seidel eine CD, die bundesweit und in Österreich für ein großes Presse-Echo sorgte: Mit „Merci…my personal tribute to Udo Jürgens“ wagte er die erste Jazz-Interpretation von Titeln aus der Feder des berühmten Kärntners und überzeugte Kritiker wie Publikum. Große Tageszeitungen berichteten von der CD und John Jürgens schrieb ihm, niemand käme musikalisch derart nah an seinen Vater.

Nun legt Seidel nach mit einer zweiten CD. „Die andere Seite“ präsentiert überwiegend gänzlich unbekannte Kompositionen aus der Zeit von 1961 bis 1975, einer Phase, in der Udo Jürgens anspruchsvolle und deutlich hörbar vom Jazz beeinflusste Titel komponiert hat. Keines dieser Lieder, die z.T. nur im englischen Sprachraum veröffentlicht wurden, hat es in die Charts geschafft oder eine Form von Popularität erlangt. Sie besitzen jedoch große kompositorische und textliche Qualität und haben verdient, aus der Versenkung an die Oberfläche geholt zu werden. www.joergseidel.de

Gut zu wissen:

Konzert des Jazz-Clubs mit Jörg Seidel, Freitag, 5. April, 20 Uhr, KulturSchmiede Arnsberg, Karten an der Abendkasse

(Text und Foto: Veranstalter Jazz-Club Arnsberg)

Himmlische Boten ab Freitag auf dem Poesiepfad unterwegs / 55. Edition wird eröffnet

In diesen Tagen haben „Himmlische Boten“ oder kurz: „Engel“ Hochkonjunktur. Sie begegnen uns jetzt im Advent überall: in den Auslagen der Schaufenster, auf Weihnachtskarten, Keksdosen, Papierservietten, Kaminsimsen oder sie hängen am Weihnachtsbaum. Die Winterausgabe des Poesiepfades nimmt sich des Themas “Weihnachten” an und lädt zu einer Eröffnung mit neuen Texten ein. Treffpunkt ist Freitag, 14. Dezember, um 15 Uhr auf dem Poesiepfad in Arnsberg-Rumbeck.

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