Alexander Zeilinger verabschiedet sich mit großer Gala aus Arnsberg – “Rond” am Sonntag im Kulturzentrum Hüsten

Die Woche von Alexander Zeilinger hat drei Tage – zumindest, wenn es um sein Ballettstudio in Arnsberg geht. Dreimal nämlich macht sich der Dortmunder auf den Weg nach Arnsberg, um an der Promenade begeisterten Menschen das Ballett näher zu bringen. Jetzt aber scheint es an der Zeit zu sein: Mit seinem „Ballettinstitut Alexander Zeiliger“ bereitet er gerade die letzte große Gala vor, mit der er sich aus der Stadt verabschieden will. Bevor es Mitte des Jahres so weit sein wird, dürfen sich Kulturinteressierte noch einmal an der Produktion „Rond“ erfreuen, die am kommenden Sonntag 24. März gezeigt wird.

Der Titel für seine Abschlussgala, die eine „Musik-, Tanz- und Ballettgala“ werden soll, könnte kaum besser gewählt sein: „Rond“, das – so erklärt Zeilinger – sei die verkürzte Form von Ronde, „Kreis“ oder „Runde“ im Französischen. Und sein Kreis schließt sich demnächst in Arnsberg. 14 Jahre lang hat der studierte Ballettmeister und Choreograf die Ballettschule im Erdgeschoss des Hauses an der Promenade geführt. „Die Idee einer eigenen Ballettschule ist hier Wirklichkeit geworden“, blickt Zeilinger zurück. Jedes Jahr habe es mit einem Teil seiner Schülerinnen und Schüler eine große Show gegeben. Schwanensee, Cipollino, Cinderella und viele andere Aufführungen haben das Publikum in Arnsberg begeistert. Unter dem Kunstsommer-Begründer Dr. Jürgen Richter hatte Zeilinger das Ballett auch schon in die Arnsberger Kulturtage gebracht.

Ballettmeister Alexander Zeilinger lädt am Sonntag zur Gala nach Hüsten ein. Foto: Albrecht

Alexander Zeiliger wurde in der Ukraine geboren, hat in Moskau studiert und gearbeitet. Als Chef einer eigenen Konzert- und Ballettagentur gab er Gastspiele in den USA, Norwegen, Deutschland und der ehemaligen DDR. Zeilinger ist „erst“ von 28 Jahren nach Deutschland gekommen, die letzten 25 Jahre davon lebt er in Dortmund. Auf seine künstlerische Ausbildung in der Sowjetunion ist der Ballettmeister noch immer stolz. „Meine Ausbildung an der Hochschule für Theater und Kunst in Moskau erlaubt mir, begabte Tänzerinnen und Tänzer auch für einen Beruf auf der Bühne vorzubereiten“, sagt Zeilinger. Und er habe schon mit einigen Talenten aus dem Ballett arbeiten dürfen, grinst er zurückhaltend. Am bekannten Bolschoi-Theater hat er mit Weltkünstlern gearbeitet, an der Hochschule in Moskau sei er zudem immer noch Gastdozent.

14 Jahre Ballettschule in Arnsberg – das macht in Teilnehmern gerechnet etwas mehr als 200 Schülerinnen und Schüler. „Die Schüler werden von mir bewusst ausgewählt, sie sollten schon etwas können“, erklärt Zeilinger. Ja, manchmal sei es auch nur der Wille der Eltern, der die Kinder zu ihm bringe, aber Motivation müsse es bei den großen und kleinen Ballerinas schon geben. „Ballett ist viel harte Arbeit und nicht nur Spaß“, sagt der Meister mit nötigem Ernst, während an der Stange vom jungen Ballettnachwuchs gerade die nächste Form geübt wird. Trotz einiger Mühen begeistert Ballett Teilnehmer über eine Altersgrenze hinweg – im Ballettinstitut tanzen Menschen zwischen fünf und 92 Jahren, kein Witz!

Üben, üben, üben… Der Weg zum Tanz ist nicht ohne! Foto: Albrecht

Wer sich auf Ballett einlässt, muss auch bereit sein, die in französischer Sprache gerufenen Kommandos für Techniken zu lernen. Und natürlich gehört auch eine gute Portion französischer Höflichkeit dazu – Bitte und Danke dürfen bei den Tanz-Befehlen eben auch nicht fehlen. „Die Reihenfolge der Formen ist im Ballett festgelegt“, erklärt Zeiliger, der nach Alter und tänzerischer Reife der Teilnehmer auch die Technikabfolgen vorgibt. Zum Training gehört für die Schüler auch das rhythmische Klatschen, jeder bekommt eine eigene Abfolge vorgegeben. Bei den Älteren fallen die Kombinationen im Tanz auch schon mal etwas komplexer aus. Dabei macht der Ballettmeister jede von den Teilnehmern geforderte Form auch noch selber vor – obwohl er jetzt selber nicht mehr aktiv tanzt. 

Beim Blick auf den bevor stehenden Abschied zeigt Alexander Zeilinger keinen Wehmut. „Ich habe in Arnsberg alles gemacht, was ich wollte“, sagt er entschlossen. Und in Zukunft? Zeilinger möchte sich neuen Herausforderungen widmen, künftig mehr mit Profis arbeiten. Er könne sich eine Tätigkeit als Gastchoreograf vorstellen. Eine Arbeit als Dozent oder im Bereich Theatermanagement sei für ihn ebenso denkbar. Bis es jedoch soweit ist, möchte Alexander Zeiliger noch einmal sein Publikum im Kulturzentrum Hüsten begeistern. „Rond“ bietet den Zuschauern nicht nur ein klassisches Ballettprogramm, vielmehr will die Revue mit dem Cabaret der 20-er Jahre spielen. Neben zwei Gastsängern, die für den Auftritt hier engagiert sind, setzt Zeilinger auf heimische Unterstützung von Sängerin Ellen Welke. Und er ist sich sicher – das große Bühnenbild, das zur Abschlussgala wieder von Susanne Graß gefertigt wird, kann das Publikum seiner Abschiedsgala in Hüsten erneut begeistern.

Gut zu wissen:

Abschlussgala von Alexander Zeilinger in Arnsberg “Rond”

Aufführung am Sonntag, 24. März, 16 Uhr Kulturzentrum Hüsten

Eintrittskarten: CAB Bücherstudio Arnsberg, Mayersche Buchhandlung Neheim, unter info@butaz.de sowie Restkarten an der Abendkasse

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