Verkehr in Arnsberg soll bald unter Strom stehen: E-Mobilität bleibt Thema bei den Stadtwerken Arnsberg

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Es gibt schon einige zaghafte Versuche in der Stadt Arnsberg, aber in den nächsten Jahren sollen es noch viel, viel mehr werden. Die Rede ist von der so genannten E-Mobilität! Das Elektroauto (Foto, oben: Dr. Dominik Freund, Christian Rosca, Uwe-Lütge Varney, Sebastian Witte und Karlheinz Weißer) wird als wichtiger Baustein in der Zukunft des öffentlichen und privaten Verkehrs gesehen. Die Stadtwerke Arnsberg wollen jetzt zusammen mit Partnern helfen, den ihnen vom Rat der Stadt Arnsberg erteilten Auftrag zur Elektrifizierung auch des Individualverkehrs umsetzten. Einen ersten Beitrag wollen die Stadtwerke mit dem Aufstellen von drei Ladestationen auf dem Gebiet der Stadt Arnsberg ab Oktober leisten und die Mobilität entsprechend wandeln helfen…

„Wir folgen dem Auftrag der Politik und wollen die E-Mobilität in Arnsberg marktfähig machen“, betonte Karlheinz Weißer, Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg, zum Tag der E-Mobilität, der in dieser Woche auf dem Gelände der Stadtwerke im Niedereimerfeld stattfand. Start soll im Oktober zunächst die Aufstellung einer Ladesäule für E-Autos am Rathaus der Stadt Arnsberg in Hüsten sein. Weitere Ladestationen soll es danach am Engelbertplatz in Neheim und am Bahnhof Arnsberg geben. Zusammen mit entsprechenden Partnern, die sich um die Voraussetzungen zur Nutzung der Ladesäulen sowie die nötige Infrastruktur für E-Mobilität kümmern, wolle man das Thema annehmen und in die Tat umsetzen. Zur Umsetzung rechnen die Stadtwerke mit lokalen Akteuren, die die Voraussetzungen für eine Umstellung der Mobilitätsflotte schaffen können.

Die nüchternen Zahlen zum Thema sieht Uwe Lütge-Varney, Verkaufsleiter Flottenkunden bei Rosier (Mercedes-Benz), „E-Mobilität wird zum Kernthema, das gesetzlichen Vorgaben folgen muss“, so Lütge-Varney. Bis zum Jahr 2020 müssen die Flottenverbände deutscher Autobauer einen Grenzwert von 95 g CO² pro 100 Kilometer erfüllen. Da werde es Zeit, der E-Mobilität die entsprechende Bedeutung zu schenken. „Mercedes macht ernst“, betonte der Verkaufsleiter: Zu den bereits vorhandenen sieben Hybrid-Modellen (die mit Elektro- und Verbrennungsantrieb unterwegs sind) sollen sechs weitere Modelle hinzukommen.

Dass E-Mobilität ein nachhaltiges Thema ist, daran lässt auch Christian Rosca vom Autohaus BMW Kaltenbach keinen Zweifel. Zusätzlich zu den bereits fahrenden Elektro-Modellen (I3 und I8) werden in den nächsten zwei Jahren mehr Modelle mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb auf den Markt gebracht.

Mit der Firma „wallb-e“ haben sich die Stadtwerke einen Partner für Lieferung und Aufstellen der Ladesäulen gesucht, der in Deutschland und Europa schon über eine entsprechende Erfahrung verfügt. „Wallb-E“ will in Europa schon rund 30.000 Ladepunkte aufgestellt haben und soll sich jetzt in Kooperation mit den Stadtwerken Arnsberg auf die Aufstellung der ersten Ladesäulen kümmern. Gerade wenn es um die Abrechnung nach dem Aufladen der E-Autos geht, setzt man bei den Stadtwerken auf das von „Wallb-E“ angebotene einheitliche Bezahlsystem, dass mit einer App auf dem Smartphone funktionieren könne.. „Von Hannover bis ins Sauerland gibt es bereits 200 Ladepunkte, die alle nach einem System funktionieren“, erklärte Dr. Dominik Freund von „Wallb-E“.

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Eine kleine Auswahl von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen begleitet den „Tag der E-Mobilität bei den Stadtwerken Arnsberg. Fotos: Albrecht

Fragen nach Kapazität der verbauten Akkus, nach der Lebensdauer der Akkus oder der Dauer eines Ladevorgangs klärten die Fachleute der Autohäuser sowie der Hersteller der Ladesäulen. So habe sich bei den Nutzungsmöglichkeiten der E-Autos bereits einiges getan. „Eine einstündige Ladung sorgt bereits für eine Reichweite von 80 Kilometern“, so Dr. Freund. Je nach Automodell könne die Ladung auch schon in 40 bis 45 Minuten erfolgen. Für die Zukunft der E-Mobilität in Deutschland verfolge man ein Ziel, das in anderen Ländern Europas schon umgesetzt worden sei. So sollen vor allem die Haltepunkte von Elektroautos mit Ladestationen ausgestattet werden, die sinnvoll seien – Parkplätze an Supermärkten oder Einkaufszonen zum Beispiel.

Sebastian Witte, Klimaschutzmanager der Stadt Arnsberg, ließ keinen Zweifel daran, dass auch die Kommune ihren Beitrag zur Förderung der E-Mobilität leisten wolle. „Schon seit 2011 gibt es das Angebot der Stadt zum kostenlosen Parken für E-Autos“, so Witte. Weitere Rahmenbedingungen müssten jedoch geschaffen werden. Aus der Sicht des Umweltschützers steht vor allem der Weg zu einer lebenswerten Stadt im Vordergrund: Ein leiser und schadstoffarmer Verkehr leiste eine Beitrag dazu. Bei der Stadt habe man sich über einen Materplan E-Mobilität verständigt, der die Möglichkeit bieten soll, auch mehrere umweltfreundliche Verkehrsmittel miteinander zu kombinieren. „Gerade die Stadt Arnsberg ist aufgrund der kurzen Distanzen zwischen Wohnen und Arbeiten besonders gut zur Umsetzung der Pläne geeignet“, so Witte. Dazu sollen vor allem auch die Dörfer mit Ladesäulen ausgestattet werden.

Uwe Lütge-Varney machte deutlich, dass der vom Staat angebotene Umweltbonus (4.000 Euro für reine Elektroautos, 3.000 Euro für Hybrid-Fahrzeuge) noch lange nicht ausgeschöpft sei. So stünden 600 Millionen Euro aus dem Gesamttopf für die so genannte Umweltprämie bis zum Jahr 2019 zur Verfügung. „Damit lassen sich rund 300.000 Fahrzeuge in Deutschland fördern“, so Lütge-Varney. Mitentscheidend für den Erfolg der Elektroautos bleibe jedoch die Reichweite. Hier werde von Mercedes bereits an der Suche nach geeigneten Zwischenlösungen gearbeitet. Zusammen mit einem Navigationssystem könnten die E-Fahrzeuge immer rechtzeitig an die Ladestationen geführt werden.

Zur Durchsetzung der E-Mobilität in Deutschland ist es wichtig, neben den richtigen Voraussetzungen auch ein Umdenken in den Köpfen der Autofahrer zu erreichen. „Die Reichweiten-Diskussion ist eine typisch deutsche“, sagte Dr. Freund von „Wallb-E“. In Ländern wie China und Norwegen sei man in Sachen Elektroauto schon bedeutend weiter, in Norwegen verfüge jedes fünfte zugelassene Auto bereits über einen E-Antrieb. Volkswagen verfolge deshalb ein klares Ziel und wolle bis 2025 drei Millionen Autos mit Elektro-Antrieb ans Rollen bringen. Gute Nachrichten gebe es derweil von den Akkus. Die Lebensdauer des Akkus in einem E-Auto sei kein Thema mehr, und auch nach acht Jahren Nutzung verfügten die Akkus immer noch über eine Kapazität von 80 Prozent.

Der Tag der E-Mobilität auf den Gelände der Stadtwerke diente aber nicht nur den Gesprächen über Absichten und die Zukunft der E-Mobilität: Besucher hatten auch die Chance, Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge verschiedener Hersteller Probe zu fahren. Darüber hinaus wurden Interessierten auch Fragen zur Ladung von E-Autos beantwortet.

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