Weihnachtsmann im Dauerlauf: Zehn Jahre viele Geschenke an die Kinder und die eine Botschaft: Es geht auch ohne Neid und Missgunst!

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Wenn für viele Menschen die Tage rund um das Weihnachtsfest auch mit Stress verbunden sind – er hat seine Ruhe gefunden. Dieser Weihnachtsmann will sich nicht durcheinander bringen lassen und hat doch in den letzten Jahren schon so einiges erlebt und erfahren… Wie lange ist das jetzt her, fragt er sich, wenn er vor dem Spiegel schon mal zur Probe den Bart anlegt und die rote Mütze aufsetzt. Und überhaupt: Wen stört schon die Diskussion über Bischof Nikolaus oder den aus der Coca-Cola-Werbung stammenden Weihnachtsmann?! „Es kommt doch schließlich auf die Sache an, die dahinter steckt“, kann er mit jedem Jahr selbstbewusster sagen…

Ja, seit zehn Jahren ist er der Weihnachtsmann, mit dem sich eine ganz besondere Geschichte verbinden lässt. Da war das Jahr 2007, als ein damals unbekannter Mann den Hörer in die Hand nahm und bei der Redaktion des Wochen-Anzeigers anklingelte. Nun, er wolle Weihnachtsmann „spielen“ und Menschen in seiner Nachbarschaft glücklich machen. Vor allem die Kinder. Das waren die ersten Fakten, die man in der Redaktion erfuhr und eifrig diskutierte. Die Geschichte hörte sich spannend an und verhieß zudem noch eine gute Tat. Einfach alles, was man so kurz vor Weihnachten immer gut gebrauchen kann, um auch auf Papier ein bisschen mehr Weihnachtsstimmung weiter zu verbreiten. Es konnte ja niemand ahnen, das aus dem Weihnachtssprint von 2007 bis ins Jahr 2016 ein wahrer Dauerlauf um Schenken und beschenkt werden wurde.

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Der Weihnachtsmann mit seinen Engeln… seit zehn Jahren schon ein beliebtes Bild im Kinder- und Jugendtreff Gierskämpen. Fotos: Albrecht

In zehn Jahren hat es viele Geschichten um diesen Weihnachtsmann gegeben. Und die eine ist längst noch nicht zu Ende erzählt. Wer ist er denn nun eigentlich? Da müssen auch in dieser Geschichte alle Neugierigen weiter im Unklaren bleiben. „Ich will weiter anonym meine Arbeit als Weihnachtsmann tun können“, erklärt er. Und, so soll es auch bleiben. Das Anonyme ist dem ganzen Projekt schon im ersten Jahr seines Wirkens fast zum Verhängnis geworden. Nur zu gut ist die Erinnerung geblieben und die Frage: Was, wenn wir den Aufruf Wunschzettel an den Wochen-Anzeiger zu schicken veröffentlichen und der Weihnachtsmann die Familien und vor allem ihre Kinder zu Hause besucht? Fragen, quälende Fragen, denn Gewissheit über den in der Stadt unbekannten Mann gab es damals noch nicht!

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Wie gesagt…

Eine Lösung für das scheinbare Problem wurde jedoch schon im ersten Jahr – 2006 – gefunden. Ein konspiratives Treffen musste her! Also wurde die Verabredung getroffen sich an einem Nachmittag vor dem Start der Aktion an der Autobahnraststätte „Haarstrang Süd“ zu treffen. Einfach, um sich gegenseitig zu beschnuppern, ohne Namen auszutauschen. Und um es nicht in die Länge zu ziehen: Das Treffen ist gut verlaufen: Ein vertrauenswürdiger Mann, der zudem noch mit einem großen Mercedes zum Treffen gekommen war… Alles gut, so jemand wird seine Arbeit schon gut machen, dachte man sich. Und die Geschichte um den selbstlosen Weihnachtsmann, dessen Namen und Wohnsitz nur wenige kennen, konnte beginnen.

Der Mercedes im Laufe der Jahre ganz klein geworden – und schon seit Jahren der gleiche. Es gab einfach Wichtigeres, das hat der Weihnachtsmann selber früh entdeckt. Jahr für Jahr waren es fortan die Aufrufe „Briefe an den Weihnachtsmann“ zu schreiben, und persönliche Geschichten zu schildern. Geschichten von Liebe und Trennung, Geschichten von Hartz IV und finanziellen Sorgen. Geschichten von Kindern und ihren Geschwistern.  Aber der unbekannte Weihnachtsmann aus Arnsberg wäre seiner angekündigten Linie nicht treu geblieben, wenn er nicht auch ganz „normale“ Kinder aus „normalen“ Familien beschenkt hätte – auf der Straße nach den Weihnachtsgottesdiensten. Sein Wirken in der Stadt war schließlich immer einem Anspruch gefolgt: Dem, vor allem Kindern zu Weihnachten und eigentlich auch das ganze Jahr über die Augen für das Wesentliche zu öffnen. Dass es da jemanden gibt, der sich um sie und natürlich auch ihre Wünsche kümmert. Dass da jemand ist, er einfach so „wildfremden“ Menschen eine Freude machen will.

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Ohne Engel, Team und Hilfe geht es auch beim Weihnachtsmann nicht… Schließlich gibt es jährlich viel zu tun.

Das war und ist der Anspruch des Weihnachtsmanns, der auch schnell im Kinder- und Jugendtreff Gierskämpen sein Weihnachtslager gefunden hat. „Das ist mein Haus und soll es auch bleiben“, sagt der Weihnachtsmann auch im zehnten Jahr seines Wirkens. Auch hier haben Kinder vor der großen Weihnachtsfeier ihre Wünsche aufgeschrieben und gehofft, dass der Weihnachtsmann sie erfüllt. Zehn  Jahre hat das jetzt schon gut geklappt. Und immer wieder war der unbekannte Weihnachtsmann ein guter Bekannter im Haus. Mit Glöckchen, Buch, Engel und eben vielen Geschenken wurde er auch in diesem Jahr wieder zur Weihnachtsfeier in erwartet und die Kinder erfreuen. Jedes wird einzeln aufgerufen und bekam hier sein Geschenk vom Weihnachtsmann persönlich. Dafür gelten seit vielen Jahren bestimmte Regeln, an die sich in jedem Jahr alle aufgeregt vor Neugier aber doch halten.

Geduld und Respekt vor der Aktion sind dem Weihnachtsmann ganz besonders wichtig. Genauso wie die Geschichten, die er in jedem Jahr zur Feier mitbringt und aus seinem großen Buch vorliest. Und immer geht es ihm in den Geschichten darum, seine Botschaft zu vermitteln. Weniger Gier, weniger Neid und mehr Menschlichkeit in die Gesellschaft zu tragen. Dass unter Beweis zu stellen, werden die Kinder und Jugendlichen in jedem Jahr mit einer Aufgabe betraut: Sie sollen noch in der Weihnachtszeit mit Grußkarten, die sie  – mit einem kleinen Geldgeschenk vom Weihnachtsmann gefüllt – selber an die Haustüren bringen. Es ist auch Tradition, dass sich der Weihnachtsmann auf jeder Feier von der Aktion aus dem letzten Jahr berichten lässt.

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…und ein Dank vom Team in Gierskämpen. Der Weihnachtsmann hat sein Ziel schon fast erreicht: Die Wünsche werden bescheidener, die Kinder zufriedener!

Erfolge aus seiner Botschaft haben sich von Jahr zu Jahr entwickelt. „Die Wünsche der Kinder sind über die Jahre bescheidener geworden“, freut sich der Weihnachtsmann heute. Geht doch, denkt er sich wenn er auch in diesem Jahr wieder mit seiner himmlischen Unterstützung in Weiß die Weihnachtsfeier in Gierskämpen besucht und seine Geschenke verteilt. Wie lange das noch so gehen soll? Keiner weiß es so recht, und das ist auch gut so. Die Rolle des Weihnachtsmanns ist ihm so auf den Leib geschnitten, dass sie auch in schwierigen Zeiten immer ein wichtiger Haltpunkt für ihn gewesen ist. Denn: Der unbekannte Weihnachtsmann schenkt, weil er eine Botschaft zu vermitteln hat. Dass er sich die vielen Geschenke über das Jahr zusammensparen muss, ist nur die eine Seite. Der Weihnachtsmann ist nämlich kein Millionär, sondern nur ein kleiner Unternehmer aus der Stadt, der sich sein Geld für die Geschenke mit harter Arbeit immer wieder neu erarbeiten muss. Keine Frage, dass sich seine Geschenke natürlich auch nicht von der Steuer absetzten lassen…

2 Gedanken zu „Weihnachtsmann im Dauerlauf: Zehn Jahre viele Geschenke an die Kinder und die eine Botschaft: Es geht auch ohne Neid und Missgunst!“

  1. Absoluter Blödsinn
    Seine Schwester hat das alles mit Herrn Albrecht angeleiert, hat seinerzeit auch die ganze Aktion über mehrere Jahre organisiert.
    Wenn sollte man bei der Wahrheit bleiben

    1. Ja, es ist die Wahrheit: Die Geschichte des Weihnachtsmannes hat mit seiner Schwester begonnen… Nur, dass der Weihnachtsmann einen großen Anteil am Entstehen der Aktion hatte… und die Aktion über zehn Jahre lang allein mit einigen Helfern bis zum letzten Weihnachten fortgeführt hat. Und es wird bestimmt noch nicht vorbei sein… Die Organisation hat er inzwischen auch selber übernommen.

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