„Wem hörsse?“ – Neue Wortforschungen aus dem Sauerland – Lesung am Freitag

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Am 23. Juni erscheint im WOLL-Verlag „Wem hörsse? Das astreine Wörterbuch für das ganze Sauerland“. „Wem hörsse?“ bietet einen umfassenden und unterhaltsamen Überblick über den aktuellen Stand der Alltagssprache im Land der tausend Berge. Autor Michael Martin hat dafür sein Kultwörterbuch „Voll auffen Nürsel“ komplett überarbeitet und zwei Jahre lang überall in der Region nach neuen Wortschätzen geforscht. Die Ergebnisse stellt er am kommenden Freitag, 23. Juni, um 17 Uhr in der Mayerschen Buchhandlung vor. Denn – das Sauerland (Foto, oben: Albrecht) hat da so seine ganz speziellen Wort-Ursprünge…

„Früher wurde in fast jedem Tal und hinter jedem Berg unserer Heimat anders geküert, wie wir Sauerländer sagen. Heute spürt man deutlich, dass die Region mehr und mehr zusammenwächst und wir Eingeborenen im Alltag und anner Theke trotz lokaler Unterschiede doch alle eine gemeinsame Sprache sprechen: unser wunderbares Sauerländisch. Egal, ob wir aus Olpe, Altena, Brilon, Arnsberch oder Düdinghausen kommen“, lacht der Autor Michael Martin.

Also: „Wem hörsse“ erklärt auf 300 Seiten fast 1.600 Begriffe und zeigt den Lesern anhand lustiger Beispielsätze, wie die Eingeborenen im Land der tausend Berge so quasseln tuhn. Und es gibt wohl einige Beispiele…

„Huilebemse“, die; Staubsauger; von huilen = heulen und bemse = Besen; gemeint ist also ein heulender Besen; auch: Hüllbessmen, Hüllbessem „Ersma fegich kurz durch und danach geh ich nomma mitte Huilebemse hinterher.“

„kackfidel“, vergnügt, keck; „Gestern lag der Kurze noch anner Bleiche, heute hauter sich schonn widder kackfidel die Bratwurst inne Kiemen.“

„veräppeln“, jemand einen Streich spielen oder beschwindeln; auch: dabeikriegen, vergackeiern, verdummdeuveln, verkohlen; „Wenner mich nomma veräppelt, dann werdich aber echt ösich.

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Zum Buchtitel sagt der Autor: „Wem hörsse?“ ist eine typisch sauerländische Frage. Wer sie stellt, möchte nicht wissen, welchem Musiker oder Sängerin der oder die Angesprochene gerade lauscht, sondern welcher Familie jemand angehört („Ich hör bei Schultes“) oder zu welchem Familienmitglied sich ein kleines Kind besonders hingezogen fühlt („Ich hör de Omma“). „Wem hörsse?“ fragt nach Zugehörigkeit und klingt dabei gleichzeitig nach muckeligem Zuhause und grüner Heimat. Einer Heimat, die man als Sauerländer stets fühlen, schmecken und riechen kann, egal, wie alt man ist oder wo man auf diesem Planeten gerade lebt.“

„Wem hörsse?“ richtet sich an Sauerländisch-Anfänger und erfahrene Quaterköppe, Poahlbürger, Buiterlinge und neugierige Sauerland-Besucher. Michael Martin: Wem hörsse? – Das astreine Wörterbuch für das ganze Sauerland; 300 Seiten / A5; ISBN: 978-3-943681-73-4

(Text- und Foto-Quelle: Mayersche Buchhandlung)

2 Gedanken zu „„Wem hörsse?“ – Neue Wortforschungen aus dem Sauerland – Lesung am Freitag“

  1. Wo…wie kann ich das Buch bestellen?

    Eva Abu Zahra
    Hagenstr.2
    4300 St. Valentin, Österreich
    Tel:004369911202047

    Als geborene Sauerländerin muss ich das Buch unbedingt haben.

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