TEATRON netto: “Sehnsucht” in Musik und Texten

“Ga’agua”. Ein musikalisch-literarischer Abend über die Sehnsucht am 27. und 28.11.2021 in der Kulturschmiede Arnsberg

Nach der Premiere der neuesten TEATRON-Inszenierung „Zettelmann. Eine Versenkung“ im Sauerlandtheater Arnsberg nimmt das TEATRON THEATER nun wieder seine Veranstaltungsreihe „TEATRON netto“ auf. Es geht weiter am kommenden Wochenende, Samstag, 27. und Sonntag, 28. November, jeweils um 18 Uhr mit „Ga’agua“ – einem literarisch-musikalischen Abend über die Sehnsucht, einem Gefühl, das nicht nur in Krisenzeiten besonders intensiv erlebt wird.

„Ga‘agua“ bedeutet auf Hebräisch Sehnsucht. Die Almagors – Regisseur und Dramaturgin des TEATRON THEATERs – präsentieren gemeinsam mit dem Musiker Silas Eifler jüdische Geschichten, Gedanken zur jüdischen Philosophie und hebräische Gesänge und Lieder über die Sehnsucht, denn das Gefühl der Sehnsucht ist besonders ausgeprägt in Texten und Liedern aus dem jüdischen Kulturkreis. Sie spiegeln die Alles umfassende Sehnsucht nach einer besseren Zeit wider, nach einer heilen Welt und nach Frieden und Zuversicht.

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltung findet gemäß der aktuellen Corona-Auflagen (2G) statt. Außerdem wird die Anzahl der Sitzplätze weiterhin auf 45 beschränkt, so dass ausreichend Platz für Gäste zur Verfügung steht.

Gut zu wissen:

Weitere Informationen unter: www.teatron-theater.de

Karten:
Online: www.reservix.de  
Und: Buchhandlung Sonja Vieth , Alter Markt 10 , 59821 Arnsberg
Sowie alle reservix-Vorverkaufsstellen, wie z.B.:
Verkehrsverein Arnsberg e. V., Neumarkt 6, 59821 Arnsberg
SCORE shop, Apothekerstraße 25, 59755 Arnsberg-Neheim
Tourist-Information Meschede, Le-Puy-Straße 6-8, 59872 Meschede

Karten gibt es auch an der Abendkasse in der Kulturschmiede, Apostelstr. 5, 59821 Arnsberg, Tel. 0163-4776899 (ab 1 Stunde vor der  Vorstellung)

Quelle: Text Teatron Theater Arnsberg / Foto: Vivien Schulte

Teatron Theater mit neuer Produktion: “Zettelmann. Eine Versenkung”

Das Teatron Theater Arnsberg feiert am kommenden Samstag, 13. November, Premiere seines neuen Stücks: Für “Zettelmann. Eine Versenkung” (Foto: Manfred Haupthoff) sind noch einige Restkarten zu bekommen. Gespielt wird um 20 Uhr im Sauerland Theater. Eine weitere Vorstellung findet dort am Sonntag, 14. November, statt.

Das multimediale Theaterlabor „Zettelmann. Eine Versenkung“ beschäftigt sich mit dem Geschichtenerzählen und stellt die Frage danach, wie Mythen und Geschichten unser persönliches und gesellschaftliches Leben beeinflussen.  Denn unser Leben wird durch das Erzählen von Geschichten bestimmt, geformt, herausgefordert. Immer und immer wieder wird es durchzogen von persönlichen, religiösen, kulturellen, weltanschaulichen Mythen, die tiefe Furchen in unserer autobiographischen und gesellschaftlichen Realität hinterlassen. Diese Geschichten und Mythen zu erkennen, zu reflektieren, sie gegebenenfalls zu verändern oder ganz neu zu erzählen, ist ein zugleich alltäglicher wie kreativer Prozess, der zum  Inhalt dieser neuen TEATRON-Produktion gemacht wurde.

So wie die Frage nach dem Neuerzählen alter Geschichten in dieser Produktion gestellt wird, so werden auch neue Wege des künstlerischen Ausdrucks gesucht. Dazu hat das TEATRON THEATER ein Künstlerteam aus Hamburg eingeladen. In einem Wechselspiel zwischen Schauspiel (Yehuda Almagor), visueller Gestaltung in Form von Videoprojektionen und 3D-Animationen (Daniel Almagor) und Klangkunst und Sounddesign (Max Gausepohl) entsteht ein Raum für das Geschichtenerzählen selbst und dessen poetische Reflektion. Das Publikum erwartet ein poetischer, audio-visueller Theaterabend  –  mit dem Schauspieler Yehuda Almagor auf der Bühne und großformatigen Projektionen und Animationen, die in Kombination mit suggestiven Klangcollagen mythologisch-meditative Vorstellungsräume entstehen lassen, die sich immer wieder mit der Aktualität unserer Zeit in Beziehung setzen. Eine faszinierende Reise über Genregrenzen hinweg!

Handelnde:

Darsteller: Yehuda Almagor ; Regie: Yehuda Almagor, Daniel Almagor; Text: Daniel Almagor; Visuelle Gestaltung, 3D-Animation und Videoproduktion: Daniel Almagor
Musik und Sounddesign: Max Gausepohl; Dramaturgie: Ursula Almagor; Kostümbild: Laura Hesse; Fotografie, Dokumentationsvideo, Trailer: Bianca Peruzzi; Sprecher*innen: Ursula Almagor,  Yehuda Almagor, Max Gausepohl, Daniel Almagor; Bühnenbau: Peter Jagoda

Karten gibt es hier:

www.reservix.de  Ticketlink: Zettelmann. Eine Versenkung. (13. und 14.11.2021)
https://www.reservix.de/veranstaltungskalender?q=arnsberg+zettelmann

Lokal vor Ort sind Karten in der Buchhandlung Sonja Vieth , Alter Markt 10, 59821 Arnsberg sowie alle reservix-Vorverkaufsstellen, wie z.B.:
Verkehrsverein Arnsberg e. V., Neumarkt 6, 59821 Arnsberg oderSCORE shop, Apothekerstraße 25, 59755 Arnsberg-Neheim zu bekommen. Restkarten gibt es auch an der Abendkasse im Sauerlandtheater Arnsberg, Feauxweg 9, 59821 Arnsberg (Tel. 0163-4776899 / ab 1 Stunde vor der  Vorstellung).

Matthias Nadolny Quartett präsentiert neue CD

Musikalisch vielfältig und immer überraschend: Am kommenden Freitag, 5. November, gastiert um 20 Uhr das Matthias Nadolny Quartett auf Einladung des Jazzclub Arnsberg in der KulturSchmiede Arnsberg. Das Programm: die Präsentation der neuen CD! Das Konzert findet im Rahmen der Reihe “Take5 – das Jazzfestival am Hellweg” statt.

Vier Freunde treffen sich zum lustvollen Improvisieren und präsentieren ihr neues elektrisierendes Programm. Im akustischen Quartett begegnen sich der Tenorsaxophonist Matthias Nadolny, der Posaunist Henning Berg, der Kontrabassist Matthias Nowak und der Schlagzeuger Peter Weiß. Ihre Musik ist ruppig-elegant, ironisch-melancholisch, arktisch-karibisch, in rauschhafter Einsamkeit und lyrischem Chaos, geschmeidigem Durch- und rauem Miteinander.

Beim Jazz-Festival am Hellweg ist Matthias Nadolny mit seinem Tenorsaxophon immer ein gern gesehener Gast: Schon seit vielen Jahren versetzt er mit seinem Saxophon eine ganze Region in eine jazzige Stimmung und ist dabei sich und dem Jazz immer treu geblieben ist.

Matthias Nadolny ist auch als Pädagoge tätig. Er unterrichtet an der Jugendkunstschule in Unna und im Jazzstudiengang der Folkwang Universität der Künste in Essen. Viele seiner Studierenden haben heute ihren festen Platz in der deutschen Jazzszene.  Damit ist er ein wichtiger Wegbereiter für den Jazz-Nachwuchs in NRW. Mit seinem wandlungsfähigen, stets identifizierbaren individuellen Ton und seiner melodischen Phantasie ist der Tenorsaxophonist Matthias Nadolny zu einer festen Größe in der deutschen Jazzszene geworden.

Wichtiger Hinweis: Für die Veranstaltung gelten die 3G-Regeln: Impfausweise oder ein digitaler Nachweis sind mitzubringen. FFP“- oder medizinische Masken müssen benutzt werden, solange man nicht auf seinem festen Platz sitzt.

Kartenbestellungen auf der Homepage des Jazzclub Arnsberg: www.jazzclub-arnsberg.de

HINTERGRUND: “Take5 – das Jazzfestival am Hellweg” beinhaltet vom 16. September bis 27. Dezember 55 Konzerten an 30 Orten und in 18 Städten. In Arnsberg findet am 5. November das zweite Konzert aus der Veranstaltungsreihe statt.

Heimsuchung im Netz – “Der Golem” lädt heute zum Konzert

Neheim. Für alle Kultur- und Musikfreunde, die an diesem Freitag den Ausflug ins Grüne oder den abendlichen Spaß in der Ehrenamts-Kulturkneipe “Der Golem” in Neheim vermissen: Nicht traurig sein – das Team vom “Golem” präsentiert heute Abend die nächste Heimsuchung – Nr. 5: Auf dem Programm steht ein kleines Konzert von “Whale Vs Elephant” – zu sehen heute Abend ab 21 Uhr über die Internetseite des Vereins www.dergolem.de

Der Verein schreibt:

“Diesen Freitag freuen wir uns sehr darauf Whale Vs. Elephant bei den Golem-Heimsuchungen begrüßen zu dürfen! Whale Vs Elephant ist das Ambient und Indie-Folk Projekt und quasi Lebenskonzept des Trierer Dj und Musikproduzenten Tobias Braun. Seine Songs entstehen meistens auf Reisen und mit Einbezug verschiedener Gastmusiker.

Hauptsächlich beeinflusst durch die isländische Indie-Folk und norddeutsche Elektroszene bekommt seine Musik durch diese Unterwegs-Begegnungen einen ganz speziellen eigenen Flair. Auf der Bühne wird Tobias oft von solchen Gastmusikern begleitet, die seine atmosphärischen Klanglandschaften aus Synthesizern und verspielten Beats um Piano, Glockenspiel, Gitarre oder Streichinstrumente erweitern. Sind diese grad nicht zur Hand, wie in der derzeitigen Corona-Situation, so funktioniert Whale Vs Elephant auch solo.

Whale Vs Elephant ist weitreichend, aber immer mit einem Ziel; Das Publikum zu hypnotisieren und einen Ruhepol in unserem oft hektischen Alltag zu bieten.”

EinenVorgeschmack auf das Konzert heute gibt es ab 21 Uhr unter:

https://de-de.facebook.com/whalevselephantofficial
Whale Vs. Elephant – beim Golem zu hörenhttps://de-de.facebook.com/whalevselephantofficial

Kunstverein Arnsberg: Brad Downey balanciert zwischen Spaß an der Kunst und politischer Aussage

Arnsberg. Seit zwei Wochen läuft die neue Ausstellung im Kunstverein Arnsberg – und sie hat einen Star:  Melania Trump. Zuerst stößt der Besucher in den Räumen des Kunstvereins am Neumarkt in Arnsberg auf den Gipsabdruck der Original-Statur, die aus einem Baum entstanden ist. Der us-amerikanische Künstler Brad Downey hat die Arbeit von einem slowakischen Kettensägen-Künstler Ales „Maxi“ Zupevc anfertigen lassen. „Melania“ steht in Slowenien an einem Fluss. Im Beisein des Künstlers wird heute die neue Ausstellung „Flupp Blupp Boing“ des amerikanischen Künstlers Brad Downey eröffnet.

Die überlebensgroße Holzskulptur am Fluss ist eine Arbeit im fortlaufenden Werkkomplex unter dem Titel „Melania“, den der Künstler Downey seit 2019 verfolgt. Und mit dem er bereits in der ganzen Welt sehr bekannt geworden ist. Die von dem Kettensägen-Künstler gefertigte Figur steht – in einem hellblau gemalten Kleid – auf einem hölzernen Sockel und schaut in die Ferne. Auf den Spuren der First Lady aus den USA wurde Downey nach Slowenien geführt. Hier traf der den Holzkünstler Zupevc, der aus der gleichen Stadt wie Melanie stammt, im gleichen Krankenhaus wie sie geboren wurde.

Verweis auf die Abeit

Im Kunstverein ist die Melania in Gips „nur“ ein Verweis auf diese Arbeit, ganz in Weiß gehalten steht sie vor einem hellblauen Vorhang, der ihr Kleid sein könnte. Unter dem Titel seiner Ausstellung „Flupp Blupp Boing“, der wie die Gestenbeschreibung in einem Comic klingt, zeigt Brad Downey in einer Video-Installation hinter Vorhang auch das Making-Off von Melania: Der Prozess ihrer Fertigstellung hat den Kettensägen-Künstler Zupevc selber tief beeindruckt.

Melania in Gips und im Film ist aber längst nicht alles: Fotos, Stoffe und Malerei beschäftigen sich mit anderen Themen, die dem amerikanischen Künstler wichtig sind. „Zensur ist dabei ein großes Thema“, stellt die neue Kuratorin des Kunstvereins Arnsberg, Lydia Korndörfer, vor. Mit dem Thema hat sich Downey auf eine ganz spezielle Art und Weise beschäftigt. Aus Magazinen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft worden sind, hat er die Seiten gesammelt, auf denen wegen möglicher Widersprüche zur Staatsraison in Fragen von Freiheit körperlicher Darstellung in der Öffentlichkeit Schwärzungen vorgenommen wurden. Im Gespräch klärt der Künstler auf, dass sie alle per Hand geschwärzt wurden.

Schwärzungen per Hand vorgenommen

„Ich habe zuerst gedacht, es handele sich um eine Art von Vandalismus oder Protest“, so Downey. Aber er habe erkennen müssen, dass die Bearbeitung der als unzüchtig wahrgenommenen Bilder in voller Absicht geschehen sei. Für den Künstler wird damit auch ein Widerspruch in der Gesellschaft deutlich, wie er sagt. Ein Land wie die Vereinigten Arabischen Emiraten, das auch Teil der großen Weltpolitik sein wolle, hat sich auf den Weg begeben, die Freizügigkeit in der Darstellung zu unterdrücken.

Thema „Zensur“ auf Kinoplakaten aus den 1980-er Jahren: Besucher der Ausstellung beim Kunstverein sehen statt der im Original nur leicht bzw. gar nicht bekleideten Frau die mit schwarzer Farbe vorgenommenen Änderungen. Teilweise so kunstvoll, dass die Schwärzung auf einigen Plakaten in der Form eines Kleids vorgenommen wurde. Kleidung und das, was sie mit den Menschen macht, ist ein weiteres Thema von Brad Downey. „Kleidung kommuniziert für sich und entscheidet über die Stellung in der Gesellschaft“, sagt der Künstler beim Pressetermin. Aus seiner Hand stammen daher auch die mit den geschwärzten Kinoplakate bedruckten Stoffe, die ebenfalls Teil der Ausstellung sind.

Kuratorin Lydia Korndörfer und Künstler Brad Downey mit dem “Star” der Ausstellung – der Figur “Melania”. Fotos: Frank Albrecht

Der vorschnelle Gedanke daran, die Arbeiten seien direkt als Kritik an der dortigen Gesellschaft zu erkennen, greife aber zu kurz, gibt Kuratorin Korndörfer zu bedenken. Brad Downey habe nur beobachtet und die Ergebnis daraus gesammelt und ausgestellt. Ganz so wie auf den Bildern der Magazine oder den Plakaten aus dem Kino verhält es sich auch mit der Zensur im Fernsehen. Downeys Videoinstallation hat die Mitschnitte aus dem Fernsehen der Vereinigten Arabischen Emirate gesammelt und zeigt dem Betrachter, wie aufwändig selbst bei Sportberichten mit den schwarzen Balken in TV gearbeitet wird.

Der in den USA geborene Künstler, der seit 20 Jahren in Europa unterwegs ist, stellt Fragen. Fragen, wie präsent der amerikanische Traum in Amerika selbst ist. Fragen, wie die Schönheit von Menschen deren Erfolgsaussichten für den sozialen Aufstieg ermöglicht. „Melania“ in Holz oder Gips – wie im Kunstverein Arnsberg“ scheint dafür nur der Auslöser, keinesfalls die Antwort zu sein.

Hinweis:

Die Ausstellung „Flupp Blubb Doing“ von Brad Downey ist noch bis zum 10. Mai im Kunstverein Arnsberg, Neumarkt zu sehen. Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags, 17.30 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Auch das Magazin “Der SPIEGEL” hat berichtet:

https://www.spiegel.de/panorama/leute/melania-trump-slowenien-errichtet-holzstatue-fuer-praesidentengattin-a-1276141.html